Emotionen: Wenn Kinder schnell ausflippen

Ist Dein Kind gleich zornig, wenn es etwas nicht darf? Bekommt es Heulkrämpfe, wenn es beim Sackhüpfen verliert? Hast Du schon Angst vor dem nächsten Kindergeburtstag? Wenn ein Kind ständig beim Ausrasten ist, dann leidet die ganze Familie. 

Lukas probiert aufgeregt das neue Fahrrad aus. Seine Mutter Katharina beobachtet angespannt ihren Sohn. „Hoffentlich geht das gut“, denkt sie besorgt und mahnt ihn zur Vorsicht. Es dauert nicht lange und Luks fährt gegen den Gartenzaun, weil er den Bremsweg falsch eingeschätzt hat. Ein harmloser Sturz ist die Folge. Dennoch brüllt Lukas los, läuft krebsrot an, schmettert den Helm zu Boden und tritt wütend gegen das neue Rad.

Emotionen

Was tun, wenn immer die Wogen hoch gehen?

Heftige Emotionen ohne wirklichen Grund

„Jetzt geht das schon wieder los“, ist Katharinas erster Gedanke und sie versucht ihren Sohn zu beruhigen. Dessen Wut richtet sich nun gegen seine Mutter. Er gibt ihr die Schuld und kommt immer mehr in Rage. Katharina fühlt sich hilflos, wie so oft in der Vergangenheit. Lukas gehört zu jenen Kindern, die extrem heftig in für andere belanglosen Situationen reagieren.

Ein simpler Sturz, die Aufforderung den Computer auszuschalten, ein einfaches Gespräch über Hausaufgaben oder ähnliches lösen bei solchen Kindern einen Wutanfall aus. Es fließen Tränen oder fliegen die Fäuste wegen scheinbar nichts. Das sind nicht immer nur Phasen, die Eltern einfach durchstehen müssen. Wenn Kinder dermaßen von ihren Gefühlen überrollt werden, ihre Emotionen nicht kontrollieren können, dann brauchen sie ganz besonders elterliche Unterstützung. Wie das funktionieren kann, wissen Pat Harvey und Jeanine A. Penzo.

Emotionen

Emotionale Fehlregulationen machen das Zusammenleben schwer.

Verstehen, was das Kind mitteilt

Die beiden Amerikanerinnen, Harvey und Penzo, sind klinische Sozialarbeiterinnen. Harvey unterstützt Eltern, deren Kinder emotionale Fehlregulationen haben. Penzo hat sich mit Dialektischer Verhaltenstherapie (DBT, Dialektisch-Behaviorale Therapie) befasst und ist selbst Mutter eines Kindes, das von emotionaler Fehlregulation betroffen ist. Die beiden Expertinnen stellen im Ratgeber, „Hilfe! Mein Kind rastet aus“, Strategien aus der Verhaltenstherapie vor, die für betroffene Eltern praxistauglich und umsetzbar sind. Denn gut gemeinte Ratschläge des Umfeldes, wie „Das ist nur eine Phase“ oder „Dein Kind braucht mehr Disziplin“ helfen nicht weiter.

Die beiden Expertinnen wissen: Oft eskalieren Situationen wegen Kommunikationsschwierigkeiten: Eltern verstehen nicht (rechtzeitig), was das Kind ausdrücken will. Für das Kind fühlen sich oft alle Gefühle gleich an. Es kann nicht unterscheiden, ob es wütend, aufgelöst oder verletzt ist. Es ist wichtig, dass Eltern erkennen, wann das Kind für negative Emotionen anfällig ist. Jedes Kind hat seine eigenen Situationen, auf die es empfindlich reagiert.

 

Mögliche Risikofaktoren

  • Schlafmangel
  • Unwohlsein
  • Spannung im Haus
  • Änderung der Routine
  • Neue Menschen, Situationen
  • Stress in der Schule, mit Freunden oder Geschwistern
  • Das Gefühl etwas falsch gemacht oder jemanden verärgert zu haben

 

Weinen

Wichtig: Auslöser für Ausraster erkennen!

Trigger erkennen

Es geht darum den Trigger (Auslöser) für die emotionale Situation zu erkennen. Die Liste ist bei jedem Kind einzigartig und kann vielfältig sein. So kann etwa ein “Nein“ oder eine Niederlage bei einem Spiel der Trigger für das Kind sein. Solche Trigger lassen sich nicht vermeiden, deshalb setzten Harvey und Penzo darauf, dem Kind im Umgang mit seinen Erwartungen zu helfen. Sie bringen den Eltern spezielle Fertigkeiten nahe, wie sie mit besorgniserregenden Emotionen umgehen können.

Ihre Tipps im Umgang mit extrem empfindlichen Kindern haben zum Ziel, dass Gefühle produktiv geäußert, Wutausbrüche beherrscht, Aggressionen abgebaut und auch Probleme in der Schule bewältigbar werden. Dabei behält das Autorenduo auch das Wohl der Eltern im Auge. Achtsamkeit und Selbstfürsorge bleiben bei den Großen nämlich oft auf der Strecke.

Ein Notfallplan mit praktischen Strategien bei zu viel Emotionen.

Ein Notfallplan mit praktischen Strategien bei zu unkontrollierten Emotionen.

Buch-Tipp: Pat Harvey, Jeanine A. Penzo, „Hilfe mein Kind rastet aus – Ihr Notfallplan bei extremem kindlichen Verhalten, Trias Verlag Stuttgart 2018, 160 Seiten, ISBN: 9783432105963

 

 

Foto ©: Trias Verlag, pixabay.com

4 Kommentare
  1. Katrin
    Katrin sagte:

    Mein Sohnemann ist nun seit 40 Wochen zehn Jahre alt. Seit Mitternacht genau 40 Wochen. Er geht in die fünfte Klasse,und ist meist ein fröhlicher und sehr lustiger Junge. Doch er hat jetzt immer öfter Wutanfälle,und fängt bei jeder Kleinigkeit an zu schreien. Auch in der Schule bekommt er immer öfter Ausraster,und Wutanfälle. Er beschimpft die Menschen,und gerät ausser sich wenn er die Aufgaben nicht versteht,und z.b schon sein Schulrucksack umkippt. Seine Ausraster dauern meist um die 10-15 Minuten. Doch heute,bzw SCHON gestern es ist ja schon nach Mitternacht,da war es besonders schlimm. Er ist ausgerastet,weil er keine Bilder in der Zeitung zum Thema gesunde Ernährung fürn Plakat für die Schule finden konnte. Er hat richtig laut angefangen zu schreien,und hat sich auf den Boden geschmissen. Er hat mich angeschrien,das er die Schule hasst,dss er mich hasst,und ich bin eine Schlampe,eine Frotze,und er schlägt mir die Fresse ab wenn ich meinen Mund nicht gleich halte. Er hat die Türen zugdknallt,und in seinem Zimmer richtig durchgedreht. Er ist auf dem Bett gesprungen,und hat laut angefangen zu kreischen und rommzuschreien. Und heute Nacht war noch schlimmer. Es war 22 Uhr,und mein Sohn hatte noch keine Lust schlafen zu gehen. Ich habe dann einfach seinen Film ausgemacht,und er hat mich verprügelt und geschlagen bis ich am Boden lag. Und am Donnerstag ist er im Einkaufsmarkt ausgerastet,weil ich nein gesagt habe,als er ein cooles Smartphone haben wollte. Er hat mich auch da geboxt,beschimpft,und abgeschrien. Er hat sich auf den Boden geschmissen,und den Supermarkt zusammengeschrien. Ich musste ihn dann rauszeren,und dann tragen. Draußen hat er sich behruigt,und wir haben abgesprochen was das Problem gewesen war. Doch auch nachts schreit er hier bei jeder Kleinigkeit romm,und die Nachbarn beschweren sich schon. Er schreit teilweise um die 100 Dezibel laut. Er ist schon bei Null auf 100. Auch die Schule sagt das er immer aggressiver wird,und andere schlägt und ohnmächtig verprügelt. Jetzt schläft er aber endlich: -). Mir wurde irgendwas mit ADHS und Autismus vorgeworfen,doch Autismus hat er glaube ich nicht. Ich denke,das er ADHS hat. Doch ich habe schon mit vielen Ärzten darüber gesprochen. Und er ist fast elf,und benimmt sich wie ein zweijähriger. Kann aber auch nur Pubertät sein,doch da sind doch die Kinder nicht so wie in der Trohtsphase. Es macht mir echt Angst,das mein Sohn irgebtwue ADHS hat und sonst einfach noch ein lautes Kind ist. Ich weiß nicht was mit ihm los ist.
    Viele Grüße,
    Katrinyilmaz.

    Antworten
  2. Alisyagrasnick
    Alisyagrasnick sagte:

    Ich habe momentan das selbe Problem mit meiner Tochter. Sie ist 1 Jahr und 6 Monate. Leider nährt sich die Trohtsphase langsam,und ich hab keine Ahnung wie ich sie dann in den Griff bekomme. Schon bei Kleinigkeiten rastet sie aus. Sie schreit und kreischt bei jeder Kleinigkeit,und richtig schrill laut,und auch hysterisch. Zum Beispiel letztens als ihr die Kuschelkatze aus der Hand gefallen ist, hat sie ganz laut und hysterisch geschrien. Und beim einkaufen schmeißt sie sich schreiend auf den Bodem,weil sie ein Spielzeug nicht bekommt. Dann schlägt sie ihren Kopf gegen die Wand,und gegen die Tür. Und manschmal ist es so schlimm mit ihr,das nichts mehr anderes hilft außer sie zu patschen,und sie anzuschreien und aus dem Geschäft zutragen.

    Aber mit deinem fast elfjährigem. Konntest du schon mit dem Kinderarzt über dieses Problem sprechen? Manschmal wäre ADHS möglich. Ich glaube aber nicht Kinder mit 10 Jahren und 9 Monaten noch so ausrasten.
    Liebe Grüße,
    Alisya Grasnick

    Antworten
  3. Angelique
    Angelique sagte:

    Ich kann einfach nicht mehr…
    Mein Sohn ist 10 Jahre,und wird bald 11. In zwei Wochen hat er Geburtstag. Er geht in die 5. Klasse. Leider aber wird er sofort wütend,wenn ihm etwas nicht passt und was nicht gleich klappt. Ich erzähl jetzt mal ein Beispiel.

    Vor 2 Wochen hat er ein neues Handy bekommen. Er hat sich eigentlich gefreut. Dann hat er versucht, ein Schreenshot zu machen. Weil es nicht gleich klappte,ist er ausgerastet. Er hat das neue Handy auf den Boden geschmissen,und hat angefangen zu schreien, das er das scheiss Handy nicht will.

    Solche Anfälle bekommt er meist,bei den kleinsten Sachen. In der Schule rastet er auch so aus,und verprügelt manchmal sogar seine Mitschüler.

    Und ich bin echt am Ende. Ich muss wirklich sagen,das er mich kaputt macht. Wirklich,bei jedem bisschen rastet er aus und schreit. Das kann aber auch an der Pubertät,an den Homornen liegen. Er ist wirklich ein zickiger Teeanger,und er will auch oft nicht in die Schule gehen.
    Würde mich aber über andere Artikel freuen,indenen es Eltern genauso geht wie mir.
    Liebe Grüße,
    Angelique Grasnick

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