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Blog - Aktuelle Neuigkeiten
3. November 2020-von Marion Breiter-O'Donovan-in (Schatzkammer), Eltern, Erziehung, Gesundheit

Kindern Terror erklären – wie geht das?

Schockierende Nachrichten und Bilder aus der Wiener Innenstadt – wir sind zutiefst betroffen. Und es stellt sich die Frage: Wie können wir unseren Kindern Terror erklären? Wie sprechen wir mit Kindern über die Geschehnisse? 

Wir sind tief betroffen und traurig. Der Terroranschlag in Wiens Innenstadt macht uns sprachlos. Freunde von Freunden waren vor Ort, manche wohnen im 1. Wiener Bezirk, ganz in der Nähe der Tatorte. Der Terror ist mitten unter uns, unmittelbar, in den uns bekannten, vertrauten Straßen und Gassen. Es ist abscheulich und wir sprechen allen Opfern und ihren Familien unser inniges Mitgefühl aus. Aber auch allen, die derart schreckliche und verabscheuungswürdige Szenen miterleben mussten. In der Situation stellt sich die Frage: Wie sprechen wir mit unseren Kindern darüber? Wie kann man Kindern Terror erklären?

Wie erklären ich Kindern Terror? Psychologische Tipps für Eltern

Kinder bekommen die Ohnmacht, den Schock und die Angst mit. Sie spüren die Stimmung, aber verstehen vieles nicht. Können nicht einordnen, was passiert. Das verwirrt und verängstigt Kinder. Daher ist es wichtig, mit ihnen über die Vorfälle zu sprechen – aber kindgerecht. Nicht die gesamte Information und alle Details sind für Kinder geeignet, denn diese können sie überfordern. Sinnvoll ist, die Fakten herunterzubrechen und sie vorsichtig und in einem zugleich beruhigenden Kontext mit Hinweisen darauf, dass wir selbst in Sicherheit sind, zu vermitteln.

Expertin Hedwig Wölfl, Psychologin, Leiterin des Möwe Kinderschutzzentrums Wien und selbst Mutter, hat Tipps für uns, wie wir in dieser Situation mit Kindern sprechen.

Kindern Terror erklären

  • Fakten erklären: den aktuellen Erkenntnisstand der Polizei in kindgerechter und altersadäquater Sprache erklären: Was ist passiert? (es gab einen Anschlag mit Toten und Verletzten in der Wiener Innenstadt) Was wird dagegen getan? (Polizei und Rettung arbeiten für die Sicherheit von uns allen) Sind wir in Gefahr? (Nein, in unserer Wohnung bist du in Sicherheit; auch die Schule ist abgesichert.)
  • Sicherheit geben: Terrornachrichten lösen Unsicherheit und Ängste aus – das Vertrauen in die Gefahrenabwehr durch die Polizei stärken; das persönliche und familiäre Sicherheitsgefühl durch Normalität stabilisieren (Frühstück wie immer; aus dem Fenster schauen und andere beobachten; konkrete Pläne für den Tag machen..)
  • Weder katastrophisieren noch bagatellisieren: es ist wichtig (siehe Punkt 1 – Fakten erklären) Kinder proaktiv über die Vorfälle sachlich aufzuklären und darauf zu achten dabei nicht zu übertreiben, weder Ängste zu verstärken noch so zu tun als wäre nichts passiert oder die Aufregung wäre lächerlich – Kinder gehen meist sehr pragmatisch mit solchen Ereignissen um
  • Entscheidungen treffen und Verantwortung übernehmen: ob Schulbesuch oder nicht ist eine elterliche Entscheidung und sollte nicht den Kindern überlassen werden; mit den Kindern klare Vereinbarungen treffen bezüglich Hinbringen oder –fahren bzw. Abholen; Uhrzeiten vereinbaren und einhalten; Tagesstruktur planen
  • Wenn nötig Hilfe holen: falls Fragen oder Ängste auftauchen, die innerhalb der Familie nicht gut beantwortet oder beruhigt werden können, sich selbst beraten lassen und wenn notwendig auch den Kindern / Jugendlichen professionelle Hilfe zukommen lassen (Rat auf Draht; Kinderschutzzentren, Kinder- und Jugendhilfe, PSD, ….)

Schockierende Attentate in Wien

Aber auch wir Erwachsene können uns Hilfe holen. Die Situation ist verstörend – einerseits Corona, ein neuerlicher Lockdown und nun Terror im Herzen Wiens. Zögern wir nicht, uns an professionelle  Beratungsstellen zu wenden, wenn wir Unterstützung brauchen oder reden wollen. Denn Reden hilft!

24h-Hotlines:

  • Psychiatrische Soforthilfe für Wien: 0043 1 313 30
  • Notfallpsychologischer Dienst Österreich: 0043 699 188 554 00
  • Krisentelefone & Notrufnummern findet Ihr hier KLICK.

Fotos: ganz oben – BalkansCat / Shutterstock.com; unten – pv brothers / Shutterstock.com

 

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