Fürs Osternest: sicheres Spielzeug für die Kleinen

 Spielzeug im Osternest: Ja, aber bitte sicher! Wo liegen die Gefahrenquellen bei Babyspielzeug und wie erkenne ich sicheres Spielzeug? Alles Wissenswerte dazu gibt es hier zum Nachlesen … 

Der Osterhase steht vor der Tür. Natürlich sind neben bunten Eiern und Schokohasen auch heiß ersehnte Spielsachen im Osternest zu finden. Bei den Einkäufen lassen wir uns natürlich gern von Werbung oder lustigem Aussehen leiten. Doch auch hier sollten wir immer die Kindersicherheit vor Augen zu haben. Einige Spielsachen sind nämlich gar nicht ungefährlich. Sie bergen Unfall- und Gesundheitsrisiken. So können verschluckte Batterien für die Kleinen sogar lebensgefährlich sein, warnt der Grazer Verein GROSSE SCHÜTZEN KLEINE.

Sicheres Spielzeug

Baby-Spielzeug: Altersgerecht und ohne Kleinteile zum Verschlucken.

Vorsicht bei unerklärlichem Hustenreiz

Kinder erkunden ihre Umwelt mit allen Sinnen – gerade die Jüngsten auch mit dem Geschmackssinn. Bei kleinem Spielzeug bzw. Teilen davon besteht die Gefahr des Verschluckens, im Hals Steckenbleibens oder Einatmens. Auch Schnitt- und Fleischwunden kommen häufig vor. Besondere Vorsicht gilt bei batterie- oder strombetriebenen Spielsachen. Jüngere Kinder stecken Kleinteile (auch solche, die sich von größeren Spielsachen ablösen) oftmals in Nase und Ohren oder verschlucken sie. Das durchschnittliche Verletzungsalter mit Spielzeug liegt deshalb bei zwei Jahren.

„Durch Einatmen können kleine Gegenstände – oft von den Eltern unbemerkt – sehr tief in die Lunge oder in die Bronchien eindringen. Auch wenn das Kind anfangs beschwerdefrei ist, entwickelt sich nach wenigen Tagen ein unerklärlicher Hustenreiz. Gibt es keine weiteren Symptome, die auf eine Erkältung hinweisen, bitte den Arzt aufsuchen und die Lunge kontrollieren lassen! Denn eingeatmete Kleinteile können die Ursache für den Hustenreiz sein“, warnt Univ.-Prof. Dr. Holger Till, Präsident des Vereins GROSSE SCHÜTZEN KLEINE und Vorstand der Grazer Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie.

Univ.-Prof. Till:

Univ.-Prof. Till: Eingeatmete Kleinteile können Hustenreiz verursachen.

Wann heißt es: Ab ins Spital?

Hat das Kind ein Kleinteil verschluckt, wird dieses in der Regel über den Magen-Darm-Trakt ausgeschieden. Verbleiben die Teile aber im Magen, ist eine medizinische Behandlung erforderlich.

Unbedingt in ärztliche Behandlung müssen Kinder, wenn sie folgende Dinge verschluckt oder eingeatmet haben:

• Batterien
Im feuchten Milieu des Verdauungstraktes kommt es durch die Entladung der Batterie zu einer Schädigung des anliegenden Gewebes. Weiters kann die Batterie im sauren Magensaft selbst undicht werden. Dadurch kann es zur Freisetzung von Quecksilber und anderen extrem alkalischen Bestandteilen kommen. Abgesehen von der Ätzwirkung der Lauge beinhalten manche Knopfbatterien über fünf Gramm Quecksilberoxid – das ist mehr als die geschätzte tödliche Dosis für Erwachsene!

• Magnete
Mehrere Magnete ziehen sich an – auch im Dick- oder Dünndarm über zwei Darmwände hinweg. Bleibt dies unbemerkt, kann sich die Darmwand entzünden und absterben. Ein Durchbruch der Darmwand kann die Folge sein.

• Münzen
Euro-Münzen sind nickelhaltig. Eine allergische Reaktion kann somit ausgelöst werden.

• Metallische Objekte
Bei metallischen Gegenständen ist die Form und Lage ausschlaggebend, ob der natürliche Abgang abgewartet wird.

Immer daran denken: Kleinkinder erkunden mit allen Sinnen  und nehmen Dinge gern in den Mund.

 

Sicher spielen! Aber wie?

Wie erkenne ich nun, ob das Spielzeug für mein Kind geeignet und sicher in der Anwendung ist? Dass das Spielzeug keine scharfen Kanten haben und nicht entflammbar sein soll, versteht sich von selbst. Auch ein Blick auf die Gebrauchsanweisung und Warnhinweise ist hilfreich. Doch an welchen Kriterien gibt können wir uns noch orientieren?

 

SicherheitsTipps für Spielzeug – Quelle: Verein GROSSE SCHÜTZEN KLEINE

• Auf Spielzeug mit Knopfbatterien lieber verzichten – bei Verschlucken besteht Lebensgefahr!

• Altersgerechtes Spielzeug: Achtet bei Babys und Kleinkindern auf den Hinweis: „Nicht geeignet für Kinder unter 3 Jahren“! Kauft für unter 3-Jährige kein Spielzeug, das kleiner als ein Tischtennisball ist!

• Auf Prüfsiegel, wie z.B.: „GS“, „Toxproof“, „TÜV“ oder „Spielgut“ schauen!

• Spielzeug mit Farbüberzug, z.B. bei lackierten Holzbausteinen: nach Hinweisen zur Speichel- und Schweißechtheit suchen!

• Prüft weiche Spielsachen auf giftige Weichmacher!

 Unangenehm stechende oder beißende Gerüche weisen auf gefährliche Inhaltsstoffe hin.

• Elektrospielzeug, das auf 220 Volt Netzspannung läuft, ist höchstgefährlich! Die maximale Betriebsspannung sollte bei 24 Volt liegen.

• „Rütteltest“: Um die Stabilität von Dreirädern und Co. zu testen.

• Kontrolle des Spielzeugs: Ist das Batteriefach sicher verschlossen? Beginnen sich Kleinteile abzulösen?

• Bei Akkus besteht Brandgefahr: Deshalb unbedingt ordnungsgemäß entsorgen und beim Aufladen auf feuerfeste Unterlage und Umgebung achten!

 

Und für ruhigere Ostertage ein kleiner Tipp: die Lautstärke von „Lärmspielzeug“ wird durch die Verwendung von nicht mehr ganz neuen Batterien gleich etwas reduziert.

 

 

 

Fotos: GROSSE SCHÜZTZEN KLEINE, pixabay.com

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