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Blog - Aktuelle Neuigkeiten
16. Juli 2019-von Helene Fiegl-in (Schatzkammer), Freizeit, Gesundheit

Ertrinken – Sicherheit für die Kleinen

Ertrinken gehört zu den häufigsten tödlichen Unfällen bei Kleinkindern. Deshalb heißt es am Pool oder See die Augen offen halten. Mehr über Kindersicherheit am Wasser und Expertentipps gibt es hier. 

Sommer und Ferien – eine herrliche Zeit für Kinder! Und damit das auch so bleibt, möchten wir gern (wieder) darauf hinweisen, dass gerade jetzt auch die meisten Unfälle durch Ertrinken passieren. Kinder unter fünf Jahren sind besonders gefährdet. Der Grazer Verein GROSSE SCHÜTZEN KLEINE appelliert deshalb an Eltern und Aufsichtspersonen: „Kinder im und am Wasser niemals aus den Augen lassen und in deren Schwimmkenntnisse investieren!“

Ertrinken

Kleine Kinder können den Kopf nicht selbst aus dem Wasser heben.

Ertrinken durch Totstellreflex

„Das klingt sehr strikt, aber hier gibt es absolut keinen Spielraum für Kompromisse“, so Univ.-Prof. Dr. Holger Till, Präsident des Vereins GROSSE SCHÜTZEN KLEINE und Vorstand der Grazer Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie. „Kinder ertrinken lautlos und innerhalb weniger Minuten“, weiß der Experte. Bis sie zehn Jahre alt und sehr gute Schwimmer sind, sollten die Kids deshalb am Wasser immer unter Beobachtung sein.

Einer der Gründe für das hohe Ertrinkungsrisiko bei Kleinkindern ist der sogenannte „Totstellreflex“, der bei Kindern bis drei Jahre auftritt. Sie können aus ungeklärter Ursache den Kopf nicht aus dem Wasser heben, selbst wenn die Wassertiefe zehn cm oder weniger beträgt. Gefahrenquellen sind deshalb nicht nur Pools, Biotope oder Teiche, sondern auch Planschbecken und Regentonnen.

Kinder

Univ.-Prof. Holger Till: Ein Kindernotfallkurs hilft im Ernstfall richtig zu reagieren.

Die Jüngsten verunfallen zumeist zu Hause, die mittlere Altersgruppe im Schwimmbad und die älteren Kinder in See bzw. Fluss, beim legalen aber auch illegalen Baden. Fast die Hälfte aller Ertrinkungsvorfälle passiert in öffentlichen Schwimmbädern oder Seen, rund ein Viertel im eigenen Pool. Danach folgen Flüsse und Teiche/Biotope.

Gefährlich: Private Pools und Flüsse

Betrachtet man jedoch die tödlich ausgehenden Ertrinkungsunfälle, so finden sich private Pools und Flüsse an erster Stelle. Auf sie entfallen je 30 Prozent der tödlichen Unfälle. 14 Prozent passieren in öffentlichen Schwimmbädern, neun Prozent in Seen. In öffentlichen Schwimmbädern ist die Überlebensrate nach einem Ertrinkungsunfall relativ hoch, weil das zu ertrinken drohende Kind oftmals rasch bemerkt bzw. aufgefunden wird. Außerdem gibt es hier eine schnelle, gute Rettungskette.

In privaten Pools wird das Kind oft zu spät bemerkt. Auch sind die Erste-Hilfe-Kenntnisse der „Aufsichtsperson“ meist mangelhaft. Till rät daher dringend, einen Kindernotfallkurs zu besuchen, um im Ernstfall schnell und richtig reagieren zu können. In Seen erschwert vor allem die schlechte Sicht das rasche Auffinden des untergegangenen Kindes.

Kurse

Nur ältere Kinder, die sehr gut schwimmen können, sind im Wasser sicher.

Ab vier Jahren sollten Kinder Schwimmkurse besuchen. „Scheine“, wie etwa der Freischwimmerausweis, werden aber sowohl von Kindern als auch von Eltern überschätzt. „Kinder, die gerade erst schwimmen gelernt haben, sind im Wasser nicht sicher. Vor allem, wenn sie es in einem Schwimmbad gelernt haben, und nun in einem See oder im Meer schwimmen. Werden sie von einer ungewohnten Situation überrascht, können sie alles Gelernte vergessen und schnell und lautlos untergehen“, gibt Till zu bedenken. Neben Meer und See passiert das auch immer wieder in Wellenbecken und Strömungskanälen.

 

Tipp:

  • Erste-Hilfe-Kindernotfallkurse bietet z.B. das Österreichische Rote Kreuz an: Für mehr Infos dazu bitte hier klicken.

 

 

 

Foto©: pexels.com, Verein GROSSE SCHÜTZEN KLEINE

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