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Karies und Kinderzähne: Was sollten wir wissen?

Was hilft den Kleinen wirklich gegen Karies und gibt es aktuelle Empfehlungen dazu? Hier erfahrt Ihr Wissenswertes über Fluoride und die Dosierung von Zahnpasten bei Kindern bis zu einem Alter von 72 Monaten. Karies ist eine der verbreitetsten Gesundheitsstörungen. Lest hier mehr dazu …

Warum Fluoride gegen Karies helfen

Im Kampf gegen Karies werden oft Fluoride angeführt. Doch wissen wir auch warum? „An der schützenden Wirkung dieser natürlichen Salze aus der Erdkruste gibt es aus wissenschaftlicher Sicht keine Zweifel“, betont Professor Dr. Berthold Koletzko, Vorsitzender der Stiftung Kindergesundheit. „Fluoride härten den Zahnschmelz und machen die Zähne widerstandsfähiger. Sie hemmen gleichzeitig die Ansiedlung und den Stoffwechsel von Bakterien im Zahnbelag und schützen so den Zahnschmelz vor Zerstörung. Deshalb empfehlen wir Kinder- und Jugendärzte in großer Einmütigkeit mit Zahnärzten und Ernährungsexperten die Anwendung von Fluoriden schon für Babys, Kleinkinder und Vorschulkinder zur Vorbeugung gegen Karies“.

Doch wie so oft, gilt aber auch hier: Zu viel des Guten ist nicht gesund. Nimmt ein Kind zu viele Fluoride auf, hat das unschöne Auswirkungen. Das kann etwa passieren, wenn das Kind immer wieder große Mengen von fluoridhaltiger Zahncreme beim Zähneputzen schluckt. Als Folge können somit auf den Zähnen weißliche bis gelblich-braune Verfärbungen entstehen. Manchmal sind nur schmale, weiße Linien zu sehen, in anderen Fällen dagegen kalkige, bräunliche Flecken. Diese Verfärbungen werden als Zahnfluorose, Schmelzfluorose oder Dentalfluorose bezeichnet.

Dosierung von Fluoriden

Um diese meist harmlose, aber unter Umständen kosmetisch störende Verfärbungen zu vermeiden, gibt es Empfehlungen von Experten. Gleichzeitig wird dabei  Kariesprävention im Säuglings- und frühen Kindesalter gewährleistet und ein optimaler Schutz vor Karies erzielt.

Empfehlungen zur Kariesprävention (Quelle: Stiftung Kindergesundheit)

  • Babys sollten bis zum Durchbruch des ersten Milchzahns täglich ein Kombinationspräparat aus Fluorid und Vitamin D in Tablettenform erhalten. Das Vitamin D schützt das Kind vor der gefährlichen Knochenerweichung Rachitis.
  • Vom Durchbruch der Milchzähne bis 12 Monaten gilt: Zusätzlich zur Fluoridtablette sollten die Eltern das Kind allmählich und spielerisch an das Zähneputzen heranführen. Wichtig: Fluoridhaltige Tabletten sollten nicht mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta kombiniert werden!
  • Bekommt das Kind weiterhin die kombinierte Tablette aus Fluorid und Vitamin D, sollten die Zähne entweder ohne Zahnpasta oder nur mit einer geringen Menge Zahnpasta ohne Fluorid geputzt werden. Enthält die Tablette kein Fluorid mehr, können die Kinderzähne bis zu zweimal täglich mit einer sehr geringen Menge einer Kinderzahnpasta mit Fluorid (mit 1.000 ppm Fluorid) geputzt werden. Damit sind 0,125 g Zahnpasta gemeint – das entspricht der Größe eines Reiskorns.
  • Im Alter von 12 bis 24 Monaten bleibt es bei der Zahnpasta-Menge in Reiskorngröße zweimal täglich.
  • Danach ist bis 72 Monaten eine „erbsengroße“ Menge an Zahncreme erlaubt.

Nicht zu viel davon …

„Wird eine Zahnpasta mit Fluoridzusatz verwendet, ist eine genaue Dosierung der empfohlenen Zahnpasta-Menge entscheidend, um eine zu hohe Fluoridaufnahme und unerwünschte Wirkungen zu vermeiden“, betont Professor Koletzko. „Babys und Kleinkinder können Zahnpasta nämlich noch nicht ausspucken und verschlucken deshalb einen großen Teil.” Hinzu kommt die Gewohnheit vieler Eltern, beim Putzen der Zähne ihres Kindes reichlich Zahnpasta zu verwenden. Oft mehr als das Vierfache der empfohlenen Dosis landet auf der Zahnbürste. “Beim zweimal täglichen Putzen können so zu große Mengen an Fluoriden im Kindermagen landen“, weiß der Experte.

Gut zu wissen:

3 Basics der Zahngesundheit

  • zahngesunde Ernährung – vor allem mit Verzicht auf Süßes zwischendurch!
  • regelmäßiges Zähneputzen schon bei älteren Säuglingen und Kleinkindern
  • Einsatz von Fluoriden

Was ist Karies?
Zahnkaries ist ein langsam fortschreitender Verfall der harten Zahnsubstanz. Dabei bilden bestimmte Mundbakterien aus Kohlenhydraten organische Säuren. Diese lösen sodann den harten Zahnschmelz auf und fressen Löcher in die Zähne. Dabei fördern in erster Linie Zucker, Süßigkeiten und zuckerhaltige Getränke, z. B. in Nuckel-Fläschchen, den Zahnverfall. Da Milchzähne eine dünnere Schmelzschicht haben, werden sie leichter angegriffen.

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