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Blog - Aktuelle Neuigkeiten
17. August 2018-von Helene Fiegl-in (Schatzkammer), Gesundheit, Schwangerschaft & Geburt

Augenprobleme: Wo müssen Schwangere aufpassen?

Welche Augenprobleme werdende Mütter nicht auf die leichte Schulter nehmen sollten.

Augenprobleme bei Schwangeren sind gar nicht so selten. Jede sechste werdende Mutter ist während der Schwangerschaft davon betroffen. Die meisten Beschwerden sind harmlos und bilden sich nach der Schwangerschaft von selbst zurück, sagen Experten der DOG – Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft. Doch mitunter sollte man schnellstmöglich zum Augenarzt.

Während der Schwangerschaft kann die Sehschwanken.

Während der Schwangerschaft kann das Sehvermögen schwanken.

Wechselnde Sehschärfe

Manchmal können Symptome auftreten, die auf einen Schwangerschaftsdiabetes oder eine Schwangerschaftsvergiftung – die sogenannte Präeklampsie – hinweisen. Bei wechselnder Sehschärfe, Flimmern oder Schatten vor den Augen oder bei komplettem Sehverlust sollten Betroffene sofort zum Facharzt. Ändert sich die Sehschärfe plötzlich oder mehrmals am Tag, kann das ein Zeichen für einen Schwangerschaftsdiabetes sein.

Dabei handelt es sich um eine Form der Zuckerkrankheit, die erstmals in der Schwangerschaft auftritt. Durch die Blutzuckerschwankungen kommt es zu Wassereinlagerungen in der Augenlinse, die die Brechkraft verändern. Dadurch geht das scharfe Sehen verloren. „Wer solche Anzeichen bei sich bemerkt, sollte unbedingt einen Augenarzt aufsuchen“, rät Privatdozent Dr. med. Thomas Neß von der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Freiburg. Der Arzt kann mit einer Spiegelung des Augenhintergrundes die Gefäße der Netzhaut untersuchen und diabetesbedingte Veränderungen erkennen, bevor die Stoffwechselerkrankung sich mit anderen Symptomen bemerkbar macht.

Augenprobleme

Problematische Augenprobleme lassen sich oft an der Netzhaut ablesen.

Gefährlich für Mutter und Kind

Wenn Teile des Gesichtsfelds schwarz werden oder Blitze vor den Augen auftreten, können das Anzeichen einer Präeklampsie sein. Das ist eine gefährliche Schwangerschaftskomplikation, die unter anderem durch einen erhöhten Blutdruck hervorgerufen wird. Bis zu zehn Prozent aller Schwangeren leiden – nicht selten unbemerkt – an Bluthochdruck. „Bei vielen Betroffenen lässt sich der Hochdruck an einer veränderten Netzhaut ablesen“, sagt DOG-Experte Neß. „Diese müssen dringend weiter untersucht werden, denn Bluthochdruck kann Mutter und Kind in Gefahr bringen“, betont der Experte.

Harmlos: Pigmentflecken und Einblutungen

Die gute Nachricht: Bei nahezu allen Augenerkrankungen ist eine normale Entbindung möglich. Weder Kurzsichtigkeit noch ein Glaukom, eine vorherige Netzhautablösung oder eine vorherige Augenoperation sind ein Grund für einen Kaiserschnitt.

Bräunliche Flecken um die Augen herum, die zum Nasenrücken hin auslaufen, bekommen viele Frauen während der Schwangerschaft. Diese Pigment-Einlagerungen sind harmlos und verschwinden später von selbst. Seltener kommt es zu leichten Einblutungen unter die Bindehaut, die zwar beängstigend aussehen, das Sehvermögen jedoch nicht beeinträchtigen.

Trockene Augen und Sehschwäche

Schwangerschaftshormone können auch die Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit verändern. Dadurch trocknen die Augen schneller aus, sind häufig gereizt und brennen. „Während einer Schwangerschaft ist es deshalb ratsam, auf Kontaktlinsen zu verzichten oder Augentropfen mit künstlicher Tränenflüssigkeit zu verwenden“, empfiehlt Neß.

Wenn das

Wenn das Baby da ist, verschwinden viele Sehstörungen wieder.

Bei 14 Prozent der werdenden Mütter ändert sich in den Schwangerschaftsmonaten die Brillenstärke – eine Kurzsichtigkeit kann sich um bis zu 1,5 Dioptrien verschlechtern. „Das liegt daran, dass sich Flüssigkeit in der Linse und in der Hornhaut einlagert, die die Brechkraft verändert“, erklärt Neß. Bei den meisten Frauen bilden sich diese Veränderungen laut dem Experten nach der Geburt wieder zurück, sodass der Kauf einer neuen Brille in der Regel nicht lohnt. Aus diesem Grund sollten Schwangere sich auch nicht die Augen lasern lassen – frühestens ein Jahr nach der Geburt ist die Brillenstärke wieder ausreichend stabil dafür.

 

Wann sollten Schwangere sofort zum Augenarzt?

• Sehschärfe wechselt mehrmals am Tag.

• Teile des Gesichtsfelds werden schwarz

• Schatten vor den Augen

• Blitze vor den Augen

• Flimmern

• kompletter Sehverlust

Foto ©: pexels.com

 

Schlagworte: Augen, Augenprobleme, Augenprobleme in der Schwangerschaft, Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG), Hormone und Augen, Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Freiburg, Präklampsie, Privatdozent Dr. med. Thomas Neß, Schwangerschaft, Schwangerschaftsdiabetes, trockene und brennende Augen, unscharfes Sehen, werdende Mütter und Sehschärfe
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