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Badeunfälle: mehr Sicherheit im Wasser

Ein Badeunfall ist schnell passiert! Was man dagegen tun kann … 

Gerade jetzt, zu Sommerbeginn, ist wieder die traurige Hochsaison für Badeunfälle mit Kindern. Alljährliche Zeitungsmeldungen von Kleinkindern, die beim Schwimmen verunfallen machen betroffen. Doch das steigende Bewusstsein für die Gefahren hinter diesem Freizeitvergnügens wirkt sich positiv aus.

Badeunfälle passieren schnell. Kinder immer beobachten.

Badeunfälle passieren schnell. Kinder immer beobachten.

Kleine Kinder immer beobachten!

Ertrinken ist die häufigste tödliche Unfallursache bei Kindern bis fünf Jahren, die zweithäufigste bei älteren Kindern. Wir Erwachsenen sollten uns bewusst sein, dass die Kleinen besonders stark gefährdet sind. Der Grazer Verein GROSSE SCHÜTZEN KLEINE appelliert deshalb an uns Eltern und Aufsichtspersonen: „Kinder im und am Wasser niemals aus den Augen lassen und in deren Schwimm-Kenntnisse investieren!“

Das Forschungszentrum für Kinderunfälle des Vereins hat Ertrinkungsunfälle über einen Zeitraum von zehn Jahren analysiert. Das aufrüttelnde Ergebnis: Jeder fünfte Ertrinkungsunfall endet tödlich. Auf ein tödlich verunglücktes Kind kommt ein weiteres, das infolge des Ertrinkungsunfalls mit einer schweren geistigen Behinderung leben muss.

Null bis Fünfjährige sind besonders gefährdet.

Null bis Fünfjährige sind besonders gefährdet.

Schwimmkünste werden überschätzt

Eine mangelnde Aufsicht und ein Überschätzen der Schwimmkenntnisse sind die Knackpunkte bei den Badeunfällen. Ab vier Jahren sollten Kinder zwar Schwimmkurse besuchen – doch „Scheine“, wie etwa der Freischwimmerausweis, werden sowohl von Kindern als auch von Eltern überschätzt.

• Knapp über 60 Prozent der Ertrinkungsunfälle betreffen Null- bis Vierjährige

• 50 Prozent passieren sogar bis zum dritten Lebensjahr.

• Wie bei vielen anderen Kinderunfallarten sind auch bei Ertrinkungsunfällen die Buben mit zwei Drittel der Unfälle einem höheren Risiko ausgesetzt als Mädchen.

Positiv ist, dass Bewusstseinsbildung wirkt. Die Anzahl der Unglücksfälle geht spürbar zurück. Der Anteil der Ertrinkungsunfälle von 18 Prozent im Zeitraum 1996 – 2000 hat sich im Zeitraum 2011 – 2015 beinahe halbiert!

Badeunfälle in privaten Pools

Wo ist es für Kinder gefährlich? Am meisten passiert in öffentlichen Schwimmbädern, gefährlicher ist es aber zu Hause. Sowohl das Durchschnittsalter beim Unfallort wie auch bei der Unfallkategorie zeigen deutlich, dass die Jüngsten daheim, die mittlere Altersgruppe im Schwimmbad und die älteren Kinder in See bzw. Fluss, beim legalen aber auch illegalen Baden, verunfallen.

Mädchen sind sicherer unterwegs.

Mädchen sind sicherer unterwegs.

• Fast die Hälfte aller Ertrinkungsvorfälle geschieht in öffentlichen Schwimmbädern oder Seen,

• rund ein Viertel im eigenen Pool.

• Danach folgen Flüsse und Teiche/Biotope.

• Betrachtet man jedoch die tödlichen Ertrinkungsunfälle, so finden sich private Pools und Flüsse an erster Stelle. Auf sie entfallen je 30 Prozent der tödlichen Unfälle.

• 14 Prozent ereignen sich in öffentlichen Schwimmbädern,

• neun Prozent in Seen.

Kinder-Notfallkurse

In öffentlichen Schwimmbädern ist die Überlebensrate nach einem Ertrinkungsunfall relativ hoch, weil das zu ertrinken drohende Kind oftmals rasch bemerkt bzw. aufgefunden wird. Außerdem gibt es hier eine schnelle, gute Rettungskette. In privaten Pools wird das Kind oft zu spät bemerkt. Auch sind die Erste-Hilfe-Kenntnisse der „Aufsichtsperson“ meist mangelhaft.

Tipp an die Eltern: Kindernotfall-Kurs besuchen, um im Ernstfall schnell und richtig reagieren zu können.

 

Foto ©: pixabay.com

 

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