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Kein Sommer-Spaß: Insektenstiche

Stechmücken und Wespen im Anflug – von harmlos bis gefährlich!

Sommerzeit heißt raus ins Freie! Der Kaffee-Tisch wird im Garten gedeckt, wir laufen barfuß durchs Gras, schlecken mit den Kindern Eis in der Hängematte, lassen zum Schlafen  die Fenster offen … Was so idyllisch klingt, kann durch Stechmücken oder Bienen-Stiche ordentlich vermiest werden.

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Blumenwiesen sind bei Menschen und Insekten beliebt.

Mückenstiche meist harmlos

Die juckenden Biss-Stellen können uns, und vor allem unsere Kleinen, oft tagelang quälen. Das ist zwar lästig, aber nicht wirklich bedenklich.

In unseren Breiten werden kaum Krankheiten durch Mückenstiche übertragen. Wir müssen uns somit keine Gedanken über Malaria, Zika-Virus, Dengue- oder Gelbfieber machen. Wir ärgern uns höchstens über juckende, geschwollene Stellen.

Tipps bei Mückenstichen

Vom Hausmittel bis zur Chemie-Keule sind vielerlei Empfehlungen gegen die fliegenden Plage-Geister in Umlauf. Wir haben die besten Tipps zusammen gestellt.

Stechmücken-Alarm

Am liebsten wäre uns ohnehin ein Verbots-Schild, an das sich alle halten …

  • Abkühlung hilft: Cool-Packs oder Eiswürfel (nicht direkt auf die Haut, sondern in ein dünnes Tuch einschlagen) gegen Schwellung und Juckreiz
  • kühlende Insektenstich-Gels aus der Apotheke
  • Heißer Tipp: Wärmestifte gegen Juckreiz und Schwellungen.
  • Pflanzen-Power für die Stichstelle: z.B. Aloe Vera-Gel, aufgeschnittene Zwiebel, Zitronensaft oder Spitzwegerich-Saft aus den Blättern
  • Bachblüten-Fans greifen zur „Rescue-Cream“
  •  bei heftigen Reaktionen unbedingt zum Arzt, vor allem, bei Kreislaufproblemen oder bei Fieber und Schüttelfrost
  • und vor allem: nicht kratzen, sonst kann es zu Entzündungen kommen.

Gefährlicher sind Wespen-Stiche, die für manchen zu einer lebensbedrohlichen Situation werden können. Zum einen kann eine Insektengift-Allergie höchst problematisch sein. Zum anderen sind Schwellungen durch einen Stich im Mundbereich ein Erstickungsrisiko.

Gefährliche Insektenstiche

Innerhalb von wenigen Minuten kann ein Stich von einer Biene, Wespe, Hummel oder Hornisse im schlimmsten Fall einen lebensgefährlichen  anaphylaktischen Schock hervorrufen. Herz-Kreislaufprobleme, Atemnot, Schluck- und Sprech-Beschwerden sowie Bewusstlosigkeit folgen. Ohne Notfall-Medikamente kann so etwas tödlich enden. Deshalb sollten Allergiker diese immer bei der Hand haben. Das Notfall-Set gehört daher natürlich auch in die Reise-Apotheke.

Tipp bei Flugreisen: Wenn Ihr Notfallmedikamente im Handgepäck habt, denkt an ein Attest vom Arzt, um Probleme am Flughafen zu vermeiden.

Insektenstiche können lebensbedrohend sein.

Insektenstiche können lebensbedrohend sein.

Welche allergischen Reaktionen gibt es?

  • Juckreiz und Nesselausschlag am ganzen Körper
  • Anschwellen von Lippen, Augen, Gesicht oder Hals
  • Hitzewallungen
  • Übelkeit
  • Schwindel 

Hilfe bei Insektengift-Allergie: Immuntherapie

Prof. Sturm: 90 Prozent der Patienten sind nach einer Impfung beschwerdefrei.

Prof. Sturm:  Immuntherapie gegen Allergie-Ursache

Eine Allergie-Impfung ist auch für Kinder möglich. Diese allergen-spezifische Immuntherapie oder auch Hyposensiblisierung genannt, ist sogar noch knapp vor dem Urlaub durchführbar, heißt es bei der Initiative Insektengift-Allergie.

„Die allergen-spezifische Immuntherapie ist die einzige hochwirksame Therapie, die auch die Ursache der Insektengift-Allergie bekämpft“, betont Assoz.-Prof. Dr. Gunter Sturm, der das Allergieambulatorium am Reumannplatz in Wien leitet.

Die meisten Patienten sind nach der Impfung beschwerdefrei. Geeignet ist die Immuntherapie für Erwachsene und Kinder ab fünf Jahren, in Einzelfällen auch noch früher.

Gefahr: Insektenstiche im Mund-Rachen-Bereich

Doch auch wer keine Insektenstich-Allergie hat kann durch eine Wespe in Lebensgefahr geraten. Beim Trinken oder Essen werden die Insekten in Mund-Nähe gelockt. Stiche in diesem Bereich können durch heftige Schwellungen zum Ersticken führen. Besonders Kinder sind hier gefährdet.

Wespen & Co werden von Essens-Gerüchen angelockt.

Wespen & Co werden von Essens-Gerüchen angelockt.

Notfall-Tipps bei Stichen im Mund-Rachen-Raum

  • Eis lutschen
  • Kalte Umschläge
  • Rettung alarmieren

 

Hilfreich: Stichalarm – die App für Insektengift-Allergiker: https://www.stichalarm.at/

Zum Weiterlesen: www.initiative-insektengift.at

Zum Anhören: Insektenstiche – Podcast des Roten Kreuzes www.roteskreuz.at/fileadmin/user_upload/Multimedia/Audiodateien/Podcasts/121_Insektenstiche_Abmischung.mp3

 

Foto: ©  ALK-Abelló, shutterstock,  MedUni Graz, pixabay.com

 

 
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