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Fensterstürze – unterschätzte Gefahr

Hier erfahrt Ihr alles über mögliche Sicherheitsvorkehrungen!

Der Alptraum aller Eltern ist wieder wahr geworden: Zwei Fünfjährige sind kürzlich nach Fensterstürzen verstorben. Wir haben uns deshalb umgehört, mit welchen Kniffen man seine Kids vor derartigen Unfällen schützen kann

Vorsicht: Fenster können für die Kleinen zur Sturz-Falle werden.

Vorsicht: Fenster können für die Kleinen zur Sturz-Falle werden.

Fensterstürze häufig bei Unter-Fünfjährigen

„Fensterstürze kommen zwar verhältnismäßig selten vor, gehen aber dafür umso öfter mit schweren oder gar tödlichen Verletzungen einher. So versterben jedes Jahr zwei bis drei Kinder nach Stürzen aus geöffneten oder nicht gesicherten Fenstern“, weiß Univ.-Prof. Dr. Holger Till, Vorstand der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie Graz und Präsident vom Verein „Große schützen Kleine“. Traurige Zwischenbilanz für 2017: Sechs kindliche Fensterstürze, zwei davon mit tödlichem Ausgang.

Univ.-Prof. Till:

Univ.-Prof. Till: Fensterstürze enden oft mit schweren oder tödlichenVerletztungen.

Vor allem Kinder unter fünf Jahren sind, laut dem Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) von Fensterstürzen betroffen. Das bedeutet: Diese Altersgruppe ist an rund 70 Prozent aller derartigen Unfälle beteiligt. Allein ein Viertel aller analysierten Fensterstürze geht Kinder im Alter von drei Jahren an.

In etwa sechs von zehn Fällen sind Mehrparteienhäuser im städtischen Gebiet Schauplatz für die Unfälle. Wer nun glaubt, dass dies nur der passiert, weil die Kinder allein zu Hause sind, liegt falsch. Aufsichtspersonen sind meist in der Nähe bzw. in einem anderen Raum.

Warum kommt es zu Fensterstürzen?

• Die Gefahr wird allgemein von den Eltern oder Aufsichtspersonen stark unterschätzt.

• Sobald bereits die Kleinsten anfangen sich auf Möbel hochzuziehen und ihre ersten Schritte machen, sind Fensterstürze möglich.

• Die Wohnumgebung wird mit der Zeit für die kleinen Entdecker immer spannender und deshalb versuchen sie ans Fenster zu gelangen.

• Es wird zu wenig auf eine adäquate Sicherung von Fenstern, Terrassen- und Balkontüren geachtet.

Untergrund und Fallhöhe

Die Schwere der Verletzung nach einem Sturz hängt von der Härte des Untergrundes und der Fallhöhe ab. Als kritische Fallhöhe für eine schwerere Verletzung gilt im Säuglingsalter das Übersteigen der Körpergröße und im Kindesalter das 2-3fache der Körpergröße, so das KFV.

Das Sofa wird oft zur Kletterhilfe.

Für den Platz am Fenster wird das Sofa oft zur Kletterhilfe.

 


Sicherheitstipps von „Grosse schützen Kleine“ & KFV

  • Versperrbare Fenstergriffe! Diese können einfach nachgerüstet werden und sind in Möbelhäusern, in Baumärkten sowie in diversen Online-Shops kostengünstig erhältlich. Zieht den Schlüssel ab und bewahrt ihn für Kinder unerreichbar auf!
  • Das Kind beim Lüften nicht alleine im Raum lassen! Nehmt es mit, wenn Ihr den Raum verlasst und behaltet es im Auge.
  • Eine Alternative zu versperrbaren Fenstergriffen sind Fensterriegel aus Plastik oder Metall, die am Fensterrahmen angebracht werden.
  • Achtet drauf, dass Fenstersicherungen dem Alter des Kindes entsprechen!
  • Insektengitter und Katzengitter/-netze bieten keinen Schutz vor Fensterstürzen! Erklärt Euren Kids, dass sie sich niemals gegen diese lehnen dürfen!
  • Sichert auch Balkontüren mit versperrbaren Griffen oder Riegeln und lasst Eure Kinder nicht alleine am Balkon spielen!
  • Achtet darauf, dass keine „Aufstiegshilfen“ wie Sessel, Spielkisten etc. direkt an Fenstern stehen! Da sich dies nicht immer vermeiden lässt, ist die Fenstersicherung die wichtigste Vorsichtsmaßnahme.
  • Vergesst beim Fenster-Putzen nicht darauf, das Kind von offenen Fenstern fernzuhalten. Ein kleiner Moment reicht oft aus, dass ein Kind zum Fenster hinaufkraxelt!
  • Keine „Anreize“ auf Fensterbretter oder Balkonbrüstungen ablegen. 

 

Praktische Infos zu Fenstersicherungen: einfach Testberichte und Produkttests anklicken.

 

Fotos: © beigestellt, pixabay

 

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