Doping für’s Hirn

Aus Kindergartenkindern werden wahre WissenschaftlerInnen, wenn man die Begeisterung zu wecken weiß.

Wiener Planetarium; ein Raum, in dem etliche kleine Kojen aufgebaut sind zwischen denen sich rund 50 Mädchen und Buben im Kindergartenalter tummeln. Die Begeisterung, mit der sie die verschiedenen Angebote innerhalb der Kojen nutzen und ausprobieren, ist geradezu spürbar: Sie arbeiten konzentriert mit Pipetten, messen, wiegen, vergleichen, schätzen, malen, hören und sehen gespannt zu und haben sichtlich Spaß. Aus der Ferne betrachtet, wirken sie wie lauter kleine WissenschaflerInnen, die emsig und voller Freude bei der Arbeit sind …

Am Anfang war eine großartige Idee

Spiegelwelten_23.1.2015Können Sie sich noch erinnern, wann Sie sich zuletzt für eine Sache so richtig begeistert haben? Heute Früh, gestern Abend, vorgestern, letzte Woche oder gar letztes Jahr? Ein neugieriges Kleinkind erlebt den Zustand der Begeisterung, diesen Flow und die Freude, die Welt zu entdecken, 20 bis 50 Mal täglich. Das erklärt, warum Kleinkinder derart schnell Neues lernen. Denn jeder noch so kleine Begeisterungssturm führt gewissermaßen dazu, dass im Hirn ein selbst erzeugtes Doping abläuft. Die Wissenschaft nennt diesen Prozess Potenzialentfaltung. Er steht in krassem Gegensatz zu dem, was wir gegenwärtig mit uns und unseren Kindern betreiben: bloße Ressourcennutzung. Dieser Prozess lässt also die Schlussfolgerung zu, dass Begeisterungsfähigkeit der Schlüssel für nachhaltiges Lernen ist.

Begeisterungsfähigkeit als Basis

Gruber & KinderWo finden sich bessere Voraussetzungen, die Begeisterungsfähigkeit auf unkonventionelle Weise, dafür aber umso effektiver zu fördern und wachzuhalten, als im Kindergarten? Das dachten sich auch die Wiener Kinderfreunde als sie vor fünf Jahren das Konzept ihrer Wissensakademie aus der Taufe hoben. Im Rahmen der „Kinderfreunde Wissensakademie“ kommen namhafte Partner wie Universitäten, Museen, Science Centers, Fachhochschulen etc. direkt zu den Kindern in den Kindergarten, um ihnen in vertrauter Umgebung wissenschaftsbasiertes Wissen altersgemäß zu vermitteln.

Es geht dabei nicht darum, Wissen in die Kleinen hinein zu pumpen, sondern vielmehr ihr natürliches Interesse für die Wissenschaften und deren Phänomene zu wecken und dieses in der Folge aufrecht zu erhalten. Auf Basis der Begeisterungsfähigkeit soll so ein dauerhafter positiver Zugang zu Wissenserwerb geschaffen und der Grundstock für eine erfolgreiche Bildungslaufbahn gelegt werden.

Die zu Beginn beschriebene Szenerie beschreibt das Bild, das sich bei der Pressekonferenz anlässlich des 5-jährigen Jubiläums der Kinderfreunde Wissensakademie bot, bei der auch Werner Gruber, der im laufenden Sommersemester erstmals selbst eine Wissensakademie Lernwerkstatt leitet, anwesend war und die Kinder ebenfalls mit einem Experiment begeisterte.

Archäologie_PK23.1.2015Innerhalb der letzten fünf Jahre haben sich die Angebote der Wissensakademie verdreifacht, die Anzahl der Kurse vervierfacht und bei mehr als 26.000 TeilnehmerInnen prägende Erlebnisse hinterlassen. Diese werden hoffentlich zur Folge haben, dass die Kinder nicht nur einen neuen Ansatz des Lernens kennengelernt und vor allem verinnerlicht haben, sondern auch weiterhin mit Begeisterung lernen werden.

Die Wissensakademie der Wiener Kinderfreunde feiert heuer ihr fünfjähriges Jubiläum!

Foto: © Peter Korp/Wr. Kinderfreunde

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