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Blog - Aktuelle Neuigkeiten
23. Dezember 2016-von Marion Breiter-O'Donovan-in (Blog), Eltern

Nachdenkliche Weihnachtswünsche

Ihr habt das Lied in den letzten Wochen bestimmt alle mehr als einmal gehört: „Do they know it´s Christmas“ von Band Aid, ein richtiger Klassiker zur Weihnachtszeit. Eine Textzeile lautet: „And tonight thank God it´s them instead of you …“

Und auch, wenn es in besagtem Lied um hungernde Menschen bzw. Kinder geht, so denke ich , dass man diese Songzeile generell auf all die Menschen ummünzen kann, mit denen man nicht „tauschen“ wollen würde. Flüchtlinge. Verlassene, einsame und hoffnungslose Menschen. Kranke Menschen. Menschen, die Schicksalsschläge hinter sich haben. Menschen, die vor dem Nichts stehen.
Vor dem Nichts stehen … Ich glaube fast, dass ich gar nicht erahnen kann, was das eigentlich heißt … Ich sitze im Wohnzimmer, der Adventkranz neben mir am Tisch taucht alles in stimmungsvolle Licht. Es duftet nach Blutorangentee und Lebkuchen und im Kinderzimmer höre ich meine Kinder noch ein bisschen lachen, obwohl ich vorher schon zum wiederholten Mal gesagt habe, dass „nun aber WIRKLICH Schlafenszeit ist!“. Sie kichern und besprechen noch, wer morgen welches Adventkästchen öffnen darf. Ich selbst überlege mir ein Dessert für den Weihnachtsabend.
Denn morgen ist tatsächlich schon Weihnachten und eigentlich ist das für mich immer die schönste Zeit im Jahr. Ich liebe es, mit meiner Familie zu backen, Weihnachtsgeschichten zu lesen, zu basteln und Geschenke zu verpacken. Und ja, ich liebe auch Weihnachtsmärkte. Als Anfang der Woche die Meldungen über den Anschlag in Berlin Anfang mehr oder weniger in Echtzeit ihren Weg an die Öffentlichkeit fanden, war ich fassungslos. Bin es nach wie vor. Wenn ich meinen Laptop aufklappe, sehe ich auf facebook, gmx und vielen weiteren Seiten oder Portalen Meldungen zu den aktuellen Entwicklungen.

Leider gab es in letzter Zeit viele Geschehnisse, die mich traurig stimmen, ängstlich, nachdenklich und ja, manchmal auch wütend. Nicht selten hat man Politiker, Arbeitskollegen, Freunde und sich selbst sagen hören, dass es nun wirklich reicht, dass es genug Leid und Tod gab. Man hat schon fast Angst, abzustumpfen, weil die Schreckensmeldungen und all die dazugehörigen Bilder mehr oder weniger normal geworden sind. Man ist zwar nach wie vor betroffen, schockiert, fassungslos – aber das Leben geht weiter. Zumindest hier, zumindest für uns. Manchmal schleicht sich sogar fast ein bisschen schlechtes Gewissen ein und man denkt: „Gott sei Dank passiert all das nicht bei uns!“ Aber natürlich fragt man sich ab und dann auch, ob das überhaupt stimmt und wie lange das noch so ist, ob es überhaupt je so war.

Es gibt einen Spruch, der es in diversen sozialen Netzwerken inzwischen zu trauriger Berühmtheit gebracht hat. Ich finde ihn so treffend, dass ich ihn gerne auch hier niederschreiben möchte:
Letzte Nacht, kurz vorm Schlafengehen,
nahm ich den Globus vom Regal auf meinem Schoß,
strich sanft mit den Fingern über die Welt und fragte:
„Wo tut´s denn weh?“
„Überall,“ flüsterte sie, „überall.“
(Verfasser unbekannt)

Viel mehr muss oder kann man zu den aktuellen Geschehnissen auch gar nicht sagen finde ich. Am schwierigsten fällt mir zu verstehen, wieso manche Menschen sind wie sie sind, wieso sie sich selbst (und anderen) so viel kaputt machen, fremden Menschen immer wieder Leid zufügen, nie zufrieden sind, immer mehr wollen und manchmal auch nicht aus Fehlern zu lernen scheinen … Oder ist die Menschheit vielleicht generell so?! Die meisten Menschen scheinen nie wirklich glücklich zu sein. Was diese Unzufriedenheit, unser gestresstes Verhalten und unsere permanente Suche nach was-auch-immer betrifft beschäftigt nicht nur mich. Yvonne Catterfeld – die ich bisher ehrlichgesagt nur durch ihre Rolle aus „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ kannte – hat gerade ein neues Lied veröffentlicht und das hat mich wirklich berührt. Ich hab es zufällig entdeckt (youtube hat´s mir vorgeschlagen) und finde nicht nur die Melodie bzw. Musik wunderschön, sondern vor allem den Text so wahr …

Ich jedenfalls habe mir vorgenommen, das Handy viel öfter auf stumm zu schalten und weniger auf facebook und Co zu sein. Nicht nur, um nicht alles in „Echtzeit“ mitzubekommen, sondern auch, weil es viele unwichtige Dinge gibt, die durch die dauernde Erreichbarkeit, den Stress, „nichts zu verpassen“ und selbst auferlegten Druck viel zu viel Raum bekommen.

Das echte Leben zu wertvoll, um es zu verpassen und Zeit mit unseren Lieben oder auch für uns selbst ist wirklich unser schönstes und wertvollstes Geschenk. Nicht nur zu Weihnachten, sondern jeden Tag.
Zum Abschluss habe ich noch einen Spruch für Euch. Diesen hat mir meine Mama ins Poesiealbum geschrieben und ich verstehe erst seit ich „groß“ bin so richtig, was er bedeutet …
Manches Herrliche der Welt
ist in Krieg und Streit zerronnen.
Wer beschützet und erhält,
hat das schönste Los gewonnen.
(Johann Wolfgang von Goethe)

In diesem Sinne: Frohe Weihnachten!

 

 

 

Foto: Pixabay

Schlagworte: aktuelle geschehnisse, Familienalltag, gedanken zum alltag, weihnachten
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