Kinderburg: Entspannung bei Krankheit

Erholung von Schicksalsschlägen und bei schwerer Krankheit: Auf der Kinderburg Rappottenstein im Niederösterreichischen Waldviertel ist dies möglich.

Auszeit auf der Kinderburg: Der 7-jährige Michael leidet seit seinem 3. Lebensjahr an therapieresistenter Epilepsie. Seitdem ist der Alltag der Familie geprägt von immer wiederkehrenden Anfällen, täglichen Medikamenteneinnahmen, vielen Spitalsaufenthalten und Untersuchungen. Zu viel Aufregung und Anstrengung müssen vermieden werden.

Die Familie konnte aus diesem Grund noch nie eine gemeinsame Auszeit nehmen oder für ein paar Tage in den Urlaub fahren. Die Eltern haben aufgrund der notwendigen permanenten Aufmerksamkeit kaum Zeit für sich oder ihre ältere schulpflichtige Tochter Sarah. Dazu kommt das ständige Bangen um einen erneuten Anfall oder eine Verschlimmerung der Krankheit.Foto7

Freiraum & Betreuung auf der Kinderburg

Da ist die Kinderburg Rappottenstein des Roten Kreuzes Niederösterreich die Adresse schlechthin, um dem belastenden Alltag wenigstens eine Zeitlang zu entkommen. Drei einfühlsame Mitarbeiterinnen des Kinderburg-Teams, die Sozialpädagogin, Pädagogin, und die Gartentherapeutin / Haushälterin begleiten und betreuen jeweils zwei Familien auf der Burg.

Dabei werden alle Aktivitäten speziell auf die Familien, deren Interessen und Bedürfnisse abgestimmt. Der Leitsatz des Kinderburg-Teams dabei lautet: „So viel Freiraum wie möglich und so viel Betreuung wie notwendig.“ Aus den Programmpunkten wird je nach Bedürfnissen und Fähigkeiten der Familien geschöpft – das gilt sowohl für Familien, die zur „reinen“ Erholung da sind, als auch für jene, die zur Traueraufarbeitung auf die Kinderburg kommen.

Aktivitäten & Natur

Ob Naturerlebnisse wie Wandern, Blumen anpflanzen, Obst und Gemüse ernten, gemeinsames Backen und Kochen, Musizieren, Picknicken, pädagogische Aktivitäten wie Naturerfahrungsspiele, kreative Tätigkeiten wie einen Drachen aus Heu basteln, Fimo-Schmuck gestalten, ein Gruppenbild im Freien malen, spannende Schatzsuche in der Burg oder der Umgang mit Tieren, hier wird Abschalten und Krafttanken in Extremsituationen für Groß und Klein möglich.

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„Abstand, auch geographischer Abstand zum Alltag, beinhaltet nicht nur die Möglichkeit sich zu erholen, sondern auch maßgeblich die kritische persönliche Situation mit gesunder Distanz und mit professioneller Hilfe zubetrachten. Für die psychische Konsolidierung ist es notwendig, sich neu zu ordnen, Kräfte zu sammeln und Ziele neu zu definieren,“ betont Catherine Penz-Gieorgijewski, Psychologin und Projekt-Betreuerin der „Kinderburg Rappottenstein“, wie wichtig eine Auszeit für Traueraufarbeitung oder bei chronischer Krankheit in der Familie ist.Michael und seine Familie haben die Zeit auf der Burg sehr genossen und sind mit neuer Energie in den Alltag zurück gekehrt …

Weitere Infos und Unterstützung als Pate, Spender, Freund oder Herold: www.roteskreuz.at/site/rappottenstein

Fotos: © RK NÖ

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