Corona Psyche: Familien sind belastet!

Corona Psyche: Familien sind belastet! Die Frage ist: Was können Eltern tun? Eine Expertin der Wiener Kinderfreunde hat hilfreiche Tipps.

Corona Psyche: Familien stärken!

Aktuell verändert sich unser Leben stark und neue Herausforderungen müssen bewältigt werden. Jetzt fordert uns der Alltag ganz besonders und bringt uns vielleicht auch an unsere Grenzen. Das ist vollkommen normal. Denn überall dort, wo Menschen miteinander in Beziehungen sind – besonders in Familien – kommt es auch zu Konflikten und Belastungen, es entstehen Sorgen und manches Mal fällt es schwer, alleine Lösungen zu finden. Lest auch hier über die Belastungen durch Corona.

Es gibt einige Wege, das eigene Wohlbefinden und damit das unserer Familien und Kinder zu stärken. Wir haben eine Expertin gefragt, wie wir dabei am besten vorgehen.

Gemeinsame Erlebnisse auf Distanz

Sandra Geisler, Leiterin der Erziehungsberatung & Entwicklungsbegleitung sowie der Familienberatung der Wiener Kinderfreunde: „Obwohl wir weiterhin Abstand halten sollen, spricht nichts dagegen, sozial in Kontakt zu bleiben. Im Gegenteil – es hält uns psychisch gesund.

Etwa mit FreundInnen zu telefonieren,  über Videokonferenzen oder soziale Medien etwas gemeinsam zu erleben, wie z.B. miteinander zu musizieren, zu tanzen oder sich einen Film anzuschauen. Das schafft Verbundenheit und ermöglicht, sich über erfreuliche Dinge auszutauschen. Gemeinsam Spaß zu haben, hilft den Alltagsstress für kurze Zeit zu vergessen.“

Wichtig: Bewegung im Freien

Geisler ist überzeugt, dass auch Bewegung im Freien hilft, unser psychisches Gleichgewicht zu behalten. Falls gerade erlaubt, kann man das auch gemeinsam mit FreundInnen tun und so wieder persönliche Kontakte erleben.

„Außerdem ist es hilfreich zu überlegen, was an einem Tag – trotz all der Anstrengungen – positiv war, gut gelungen ist und dies – sollte es noch so gering erscheinen – wertzuschätzen“, so Geisler.

Plant auch Zeiten ein, in denen ihr euch ausschließlich angenehmen Beschäftigungen widmet. Sich selbst etwas Gutes tun, wie in aller Bewusstheit die Lieblingsmusik zu hören oder sich selbst das Lieblingsessen zu kochen, ein heißes Bad zu nehmen oder einen besonderen Film anzuschauen.

Die eigene Welt gestalten

Sandra Geisler: „Es geht um die Momente, in denen es uns gelingt, die Dinge wieder selbst in die Hand zu nehmen: Dabei erleben wir, dass wir in unserer kleinen Welt sehr wohl Gestaltungsmöglichkeiten haben. Das ist besonders in Zeiten, in denen der eigene Lebensrahmen von vielen äußeren Faktoren – wie Coronabeschränkungen und Ansteckungsrisiko – bestimmt ist, wohltuend.“

  • Durch diese erlebte Selbstwirksamkeit geht es uns besser, weil wir uns nicht ausnahmslos ausgeliefert fühlen, sondern aktiv entscheiden können.
  • Setzt euch kleine, konkret formulierte Nahziele, z.B. jeden Tag Laufen zu gehen. Zunächst nur 5 Minuten, ein paar Tage später schon 10 Minuten.
  • Oder einmal in der Woche ein neues Kochrezept auszuprobieren.

FOTOS: Shutterstock_Yuganov Konstantin; Porträt: Kinderfreunde_Frank-Jödicke