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(Zu) lange Ferien?

Sommer, Sonne, Ferien – und wann bleibt Zeit zum Arbeiten? Als selbstständige Alleinerzieherin schlage ich mir die Nächte um die Ohren. Ich bin jetzt Nachtarbeiterin, denn es sind: lange Ferien!

Sommer ist meine Lieblingsjahreszeit. Das hat wahrscheinlich damit zu tun, dass ich als Kind in den Ferien immer am Land bei meiner Oma war. Meine Cousins / Cousine und ich tobten den ganzen Tag im Garten und nur am Abend oder bei Schlechtwetter waren wir im Haus. Freiheit pur, ja das war es und: lange Ferien! Und diese Liebe zur freien Natur ist mir bis heute geblieben. Dementsprechend versuche ich mit meinen Kindern so viel wie möglich hinaus zu gehen.
So mancher „Drahtseilakt“ ist dafür schon notwendig. Als selbstständige Journalistin gibt es immer etwas zu tun – und darüber beschwere ich mich gar nicht, ganz im Gegenteil hoffe ich, dass mir die Arbeit nie ausgeht. Denn als Alleinerzieherin (und ich meine wirklich allein, sprich Ex-Mann leider nicht „vorhanden“. Über das Kinderrecht auf Unterhalt lest Ihr hier) ist es ganz besonders wichtig, dass ich die Brötchen (und nicht nur die!!) für meine Kinder und mich bezahlen kann. Ich dachte ja immer, wenn die Windel-Zeit geschafft ist, ist die teuerste Zeit vorbei 😉 – weit gefehlt, eh klar! Denn dann ging es erst richtig los …
Marion, Alleinerzieherin und Journalistin

Marion, Alleinerzieherin und Journalistin

Aber wie gesagt: Ich beschwere mich nicht, viele andere sind nicht in der glücklichen Lage viel arbeiten und damit alles am Laufen halten zu können. Nur möchte ich Euch heute erzählen, dass auch hinter den bunten Blog-Bildern und -Posts sehr viel „echtes“ Leben steckt. Und dass viele der Beiträge des Familienschatz-Teams mitten in der Nacht, müden Auges entstehen. Wir alle (meine familienschatz-Partnerin Isabel und unsere Kollegin Helene) sind arbeitende Mütter … Und sehr oft sind wir einfach nur sehr müde. Mich quälen dann auch Verspannungen und Rückenschmerzen.

Schwierige Betreuung: lange Ferien

Besonders „haarig“ wird die Zeiteinteilung in den Ferien – das kennen bestimmt alle von uns. 9 Wochen lange Ferien, Nichtstun … das ist herrlich für die Kids. Aber für ihre Eltern? Heißt es doppelten Einsatz erbringen, um den Familien-Urlaub zu finanzieren oder es sich zu Hause gemütlich zu machen, heißt es oft die Urlaubstage zwischen Mama und Papa aufteilen, weil die Betreuungszeit nicht reicht, wenn beide gleichzeitig frei haben, heißt es Hilfe aus der Familie bekommen oder Fremdbetreuung organisieren / bezahlen … Was bedeutet das für uns Eltern: lange Ferien …

Kinderbetreuung in der Ferienzeit ist eine Herausforderung

Kinderbetreuung in der Ferienzeit ist eine Herausforderung

Der Traum von der großen Freiheit? Ist er damit ausgeträumt? Ich schließe meine Augen halb und das Sonnenlicht flirrt zwischen meinen Lidern … Ich weigere mich einfach, meine Träume zu begraben. In irgendeinem meiner Artikel im Lauf der Jahre habe ich geschrieben:

Man wird nicht glücklich, man muss sich schon selbst glücklich machen (Mehr dazu hier!).

Daran denke ich oft, wenn ich müde mit den Kindern ins Bad gehe, damit wir das kühle Naß genießen können. Ich weiß, vor den frühen Morgenstunden komme ich heute wieder nicht ins Bett. Aber irgendwie ist es doch ein riesiges Stück Freiheit, wenn man Herr/Frau seiner Zeiteinteilung sein kann.

Lange Ferien genießen die Kids so richtig

Lange Ferien genießen die Kids so richtig

Die Arbeit muss trotzdem gemacht werden und zwar immer pünktlich. Zu jedem Auftrag gibt es eine Deadline und die muss ich einhalten, egal ob jemand in der Familie krank wird, ob ich Kopfweh habe oder meine Kinder einen Kummer, den ich mit ihnen besprechen will. Das ist auch eine Form von Tretmühle, ebenso wie das Faktum, dass ich am Monatsende nie sicher mein Geld überwiesen bekomme. Als Selbstständige bist Du nie vor Ausfällen gefeit, hast ein intensives Mahnwesen, um die Honorare überhaupt zu erhalten.

Wie gesagt, kein Vorteil ohne Nachteil … Heute bin ich wieder zeitig aufgestanden und tippe in den Computer – die Kinder „chillen“ noch. Heute wird wieder ein heißer Tag, schon knallt die Sonne auf die Fensterscheiben. Ich schreibe schneller, dann geht es bald los ins Freibad … Sommertage soll man schließlich genießen, wie sie fallen – bald ist wieder Herbst, dann können wir nur noch träumen von: lange Ferien!

PS

So gut Eltern im „Jonglieren“ zwischen Job und Kinderbetreuung auch sind – familienschatz hat trotzdem einen großen Wunsch an die Politik: Betreuung im Sommer muss in einer modernen Gesellschaft, in der auch Frauen berufstätig sind und vielfach auch noch die Großeltern, einfach angeboten werden. Es ist ein unmöglicher Umstand, dass Eltern (Steuerzahler!!) mit der Situation nahezu allein gelassen werden und für gute Kinderbetreuung Unsummen ausgeben müssen. Von der nervlichen Belastung einmal abgesehen. Ein Ansatz könnte doch sein, dass LehrerInnen einige Wochen im Sommer Feriencamps betreuen – und so die Ferienzeit selbst (bezahlterweise) sinnvoll im Sinne der Gesamtheit nutzen …

 

 

 

 

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