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Jetzt ist die beste Zeit für Familienrituale

Wie war das noch einmal mit der besinnlichsten Zeit des Jahres? Wir setzen heuer bewusst auf mehr Zeit mit der Familie als in (Online-)Shops. Einfache Familienrituale können uns dabei helfen, sich der Werte bewusst zu werden, die wir an unsere Kinder vermitteln wollen. 

Wenn die Weihnachtsmärkte öffnen, die Keksrezepte gesucht oder Geschenkideen gesammelt werden, dann rückt bei den meisten auch der Wunsch nach mehr Zeit mit der Familie in den Vordergrund. Hektik und Konsumzwänge haben wir ohnehin das ganze Jahr, nutzen wir doch die so genannte „besinnliche Zeit“, um uns wieder aufeinander als Familie zu konzentrieren.

Familienrituale

Familienrituale: Als Familie wieder näher zusammenrücken.

Einfache Familienrituale

Anregungen und interessante Einblicke für die Gestaltung von Ritualen für die Familie hat uns die ausgebildete Ritualleiterin, Britta Weber, gegeben. Zunächst wollten wir natürlich wissen, wo der Unterschied zwischen Ritual und Gewohnheit liegt: „Der Unterschied liegt in der Intention“, so die Expertin. „Ein Ritual ist eine geplante Handlung mit einem tieferen Sinn dahinter. Dazu gehören auch Symbole bzw. symbolische Aktionen.“

Will man als Familie näher zusammenrücken, eignen sich besonders Alltagsrituale, um wieder einen besseren Draht zueinander zu finden. Ob man diese nun täglich oder wöchentlich ausführt, bleibt der Familie individuell überlassen. Als hilfreiches Ritual für Groß und Klein empfiehlt Weber das „Ärger-Abkehren“. Die Eltern sammeln mit den Kindern bei einem Naturspaziergang kleine Zweige und binden diese zu einem „Besen“. Bei Bedarf wird der „Ärger-Besen“ hervorgeholt und das Familienmitglied, das sich ärgert, von einem anderen sanft oder kräftig abgekehrt.

Ärger-Besen: Geheimwaffe gegen Ärger und für Achtsamkeit.

Ärger-Besen:  Als Familienritual gegen Ärger und für Achtsamkeit.

Der Ärger-Besen – einfach und wirksam

„Es ist unglaublich, wie gut dieses simple Ritual tut“, weiß die Expertin. Gerade Kinder haben einen sehr guten Zugang zu Symbolen und damit verbundenen symbolischen Handlungen. Auch der tägliche Aufbruch in die Schule kann zu einem kleinen Ritual werden. Ein bewusstes Verabschieden mit einer Umarmung und einem gesprochenen oder gedachten Segen, wie etwa: „Ich wünsche dir für diesen Schultag Kraft und Gelassenheit“, kann die Eltern-Kind-Beziehung stärken.

Für den Jahreswechsel hat Weber, als anlassbezogenes Ritual, eine feurige Alternative zu den Raketen und Böllern parat: Kinder und Eltern, vielleicht gemeinsam mit Freunden, schreiben oder zeichnen ihre Wünsche für das Neue Jahr auf einen Zettel. Diese können laut ausgesprochen dem Feuer, etwa in einer Feuerschale auf dem Balkon, übergeben werden. „D.h. die Wünsche werden nicht durchs Feuer vernichtet, sondern umgewandelt und an das Universum oder an Gott übergeben“.

Zum Jahreswechsel: Feuerstelle statt Raketen

Wenn Eltern bewusst das Familienleben durch Rituale bereichern möchten, sind natürlich einige grundsätzliche Gedanken dazu notwendig.

Überlegungen zu Ritualen mit der Familie

  • Was sind unsere Wertschätzungen?
  • Welche Werte wollen wir an unsere Kinder bewusst weitergeben?
  • Welche Symbole und Handlungen eignen sich dafür?
  • Welcher Zeitpunkt ist ideal? Z.B. Wochenstart oder Wochenende …

 

Britta Weber:

Britta Weber: Rituale um Unsicherheiten und Ängste der Kinder abzufedern.

Gelegenheiten für Rituale gibt es viele

Neben Alltagsritualen bieten sich natürlich noch andere Gelegenheiten für Rituale mit der Familie an.

  • Jahreskreisfeste stärken die Verbundenheit zur Natur und im Endeffekt zu sich selbst. Der Wechsel der Jahreszeiten wird bewusst erlebt.
  • Anlassbezogene Gelegenheiten: Geburtstage, Jahreswechsel, Umzug, Versöhnung …
  • Lebensübergänge: Schwangerschaft, Geburt, ein Geschwisterchen kommt auf die Welt, die erste Menstruation / der erste Bartwuchs, Pubertät, Schulwechsel, Hochzeit, Scheidung oder ein geliebter Mensch bzw. ein Haustier stirbt . Im Laufe des Lebens gibt es zahlreiche große Veränderungen von einer Lebensphase in die andere.

Manche dieser Übergänge werden in unserer Gesellschaft kaum oder gar nicht beachtet. Oft es gibt einfach keinen Umgang damit. Hier können Eltern mit Ritualen viele Unsicherheiten und Ängste abfedern und ihren Kindern einen sicheren Halt bieten, ist Weber überzeugt: „Rituale helfen uns dabei, die eine Phase gut abzuschließen und mutig in die nächste zu gehen. Wir haben die Möglichkeit, Vergangenes zu würdigen, uns zu bedanken und Neues willkommen zu heißen.“

 

Mehr zur Person: Britta Weber ist diplomierte Ritualleiterin und -beraterin in Tirol. Sie gibt u.a. Hilfestellung beim Entwickeln und Durchführen von persönlichen Ritualen.

Für Infos hier klicken! Mail an info@ritualzeit.at

 

Foto ©: Britta Weber, pixabay.com

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