Kinderbetreuung

Welche Kinderbetreuung passt für mich?

Unterstützung gefragt – aber welche Kinderbetreuung ist für uns die richtige?

Die Suche nach einem Kinderbetreuer ist nicht einfach. Aber bevor man sich daran macht, ist die Frage: Welche Betreuung passt für uns? Möglichkeiten gibt es viele – wir haben uns daher die jeweiligen Vor- und Nachteile angeschaut.

Leih-Oma / -Opa

  • Leihomas und –opas werden z. B. über den Katholischen Familienverband, Leihoma-Verbände oder das Hilfswerk vermittelt. Auch über Inserate online oder in lokalen Zeitungen sowie Mund-Propaganda kann man diese Form der Kinderbetreuung finden.
  • Das große Plus der älteren Betreuungspersonen ist meistens ihr persönliches Engagement. Die Lebenserfahrung ist gerade in Familien, in denen die eigenen Großeltern nicht so stark eingebunden sind, positiv.
  • Als Vertrauenspersonen der Familie werden Leihomas oder –opas für die Kids zur Bezugsperson.
  • Kleine Kinder brauchen Kontinuität – und diese ist bei älteren Menschen oft stärker gegeben als bei jungen. Denn bei diesen ändert sich oft noch viel durch Studium, Freizeit, Freunde.
  • Oft entwickelt sich eine intensive Beziehung zwischen Leih-Großeltern und Kindern sowie deren Eltern. Nicht zuletzt dadurch, dass die Betreuung meist im Haushalt der Familie statt findet, sind die Omas / Opas stark in das Familienleben integriert.
  • Nachteil, wenn man ein großes Ausmaß an Betreuungszeit benötigt: Viele ältere Menschen stehen fall- oder stundenweise gerne zur Verfügung, aber nicht durchgehend für lange Zeitspannen.

 

Die Leihoma wird oft zu einer Bezugsperson.

Die Leihoma wird oft zu einer Bezugsperson.

Tagesmutter / -Vater

  • Diese stellen Kontinuität und ein großes zeitliches Ausmaß sicher.
  • Tagesmütter/-väter sind beim Hilfswerk oder ähnlichen Anbietern angestellt; die Betreuung im Rahmen von Institutionen ist eine vertrauensvolle Basis.
  • Tagesmütter brauchen eine Bewilligung der zuständigen Behörde, werden aus- und weitergebildet sowie beraten.
  • Nur wer aufgrund seiner Persönlichkeit, Lebens- und Wohnverhältnisse geeignet erscheint, kann Tagesmutter / -vater werden.
  • Vorteil: die Betreuungszeiten sind flexibel und individuell auszumachen, wobei prinzipiell Kontinuität gegeben ist. Urlaubszeiten stehen den Tagesmütter/-vätern freilich wie jedem Angestellten zu.
  • Die betreuten Kinder finden bei Tagesmüttern / -vätern eine familiäre Atmosphäre und eine überschaubare Kindergruppe. Somit werden früh soziale Kontakte ermöglicht, die aber in kleinerem Rahmen stattfinden als in einer Kinderkrippe und daher leichter zu bewältigen sind.
  • Nachteil kann sein, dass die Kleinen früher mit den diversen Kinderkrankheiten und Erkrankungen wie Schnupfen etc konfrontiert werden – wobei das freilich auch ein Vorteil sein kann, weil dann die große Krankheitswelle beim Kindergartenstart für gewöhnlich harmloser ausfällt.
  • Die Kosten für die Tagesmütter / -väter sind im Vergleich zu anderen Betreuungsformen moderat und werden je nach Stundenausmaß und Familieneinkommen festgesetzt.

Kinderkrippe oder Krabbelstube

  • Die Vorteile der regelmäßigen Verfügbarkeit genießen die Eltern auch, wenn sie sich für eine Kinderkrippe oder Krabbelstube entscheiden.
  • Wichtig ist, dass die Zahl der betreuten Kinder möglichst klein ist, um eine individuelle Betreuung zu gewährleisten.
  • Die positiven Effekte für die Kinder sind die Förderung in der Gruppe durch ausgebildete Kräfte und die sozialen Kontakte zu anderen Kindern.
  • Nachteil: Die Kinder müssen sich an eventuell wechselnde Betreuungspersonen, die Unruhe durch die größere Kindergruppe und die Umgebung gewöhnen.
  • Ob Vor- oder Nachteile überwiegen, ist eine Frage der jeweiligen Institution und der Persönlichkeit des Kindes. Ist dieses offen, wird es sich schneller zurecht finden als ein sehr schüchternes, introvertiertes Kind. Daher: Immer die jeweiligen Bedürfnisse und Angebote genau hinterfragen.

Babysitter

  • Wer eine individuelle Lösung in der eigenen Familie und junge Betreuungspersonen bevorzugt, ist mit StundentInnen oder SchülerInnen gut beraten.
  • Wichtig: Im jeweiligen Fall klären und genau prüfen, inwieweit die Erfahrung und Persönlichkeit die in Frage kommende Person für die Aufgabe qualifiziert.
  • Auch auf die Reaktion des Kindes achten – das gilt übrigens für alle Betreuungsformen. Ist das Kind generell unruhiger seit es von jemandem betreut wird? Isst / schläft es schlecht? Symptome wie diese müssen nicht, aber können aus einer nicht idealen Kinderbetreuung resultieren. Ist das Kind älter, sollte man auf seine Reaktion auf eine Person achten. Man erkennt sehr gut, ob das Kind jemanden mag oder nicht – und das ist ein besonders wichtiges Kriterium bei der Entscheidung für oder gegen eine Betreuungsperson!
  • Klären Sie auch mit StudentInnen im Vorfeld, wie viel Zeit sie haben. Im Fall eines Inserats in einer Job-Börse oder in der Zeitung das Stundenausmaß angeben – damit erspart man sich viele unnötige Telefonate.
  • Kosten: je nach Abmachung bei etwa 10 bis 13 Euro pro Stunde.

Au Pair

  • Mit 300 Euro zuzüglich Kost und Logis sind Au Pairs eine kostenmäßig nicht ganz günstige, aber kalkulierbare Variante.
  • 25 Wochenstunden sind als Arbeitszeit, sprich für Kinderbetreuung und die Verrichtung leichter Hausarbeit, vorgesehen. Dazu kommen dreimal Babysitten am Abend.
  • Grundvoraussetzung: ausreichend Platz (sprich, ein Zimmer sowie ein Badezimmer) für ein Au Pair.
  • Es müssen alle Familienmitglieder damit einverstanden sein, eine fremde Person in das Privatleben zu integrieren. Gegenseitiger Respekt, um eine funktionierende Beziehung zwischen der Familie und dem Au Pair aufzubauen, ist auch eine Bedingung der Vermittleragenturen. Diese übernehmen bei der Abwicklung, aber auch während des Aufenthalts Beraterfunktion und vielfach die Garantie, dass bei unerwartetem Ausfall des Au Pairs für Ersatz gesorgt wird.

Angestellte Kinderbetreuung / Haushälterin

  • Sucht man auch Unterstützung bei der Hausarbeit, ist eine angestellte Kraft die ideale Lösung.
  • Nachteil: Diese Kinderbetreuung ist eine besonders teure Lösung.
  • Meist ist es schwierig, jemanden zu finden, der Haushalt und Kinder gleichermaßen gut betreut – daher Prioritäten setzen.
  • Die perfekte Haushaltsperle ist oft kein Sprachentalent, sodass es da oft zu Problemen gerade mit ganz kleinen Kids kommen kann. Außerdem braucht man die Gewissheit, dass sich die Betreuungsperson im Notfall gut verständlich machen kann. Schnell ist etwas passiert im täglichen Leben mit kleinen Kindern – da ist rasches Handeln und Erklären gefragt.

Unsere Checkliste hilft Euch hoffentlich bei der Suche nach einer Kinderbetreuung – es liegen ihr unsere Recherchen, aber auch persönlichen Erfahrungen zugrunde.

 

 

 

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