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Stress – ein Energie-Räuber, der müde macht

Energiegeladen? … war einmal,  inzwischen trifft es „dauermüde“ besser. Wer kennt solche Phasen nicht? Doch wenn die Müdigkeit bleibt, kann zuviel Stress der Grund dafür sein. 

Um uns herum Hektik und Geschäftigkeit – selber möchte man jedoch am liebsten die Tage im Bett verbringen. Wenn das zum Dauerzustand mutiert, ist es notwendig die Gründe für seine Energielosigkeit zu hinterfragen. Hormone, Nerven, Schlaf, Verdauung sind unter anderem mitverantwortlich, ob wir uns vital oder ausgebrannt fühlen. Wer seine Energie-Räuber kennt, kann besser mit seinen Kräften haushalten. Einer der verbreitetsten Energie-Fresser unserer Zeit ist Stress.

Immer mit Blick auf die Uhr

Stress im Alltag – für die meisten normal geworden.

Einfluss der Stresshormone

Die renommierte Ernährungsexpertin, Dr. Libby Weaver, verweist in diesem Zusammenhang u.a. auf die Rolle der Nebennieren und der Stresshormone. Die wichtigsten Stresshormone sind Adrenalin und Cortisol, produziert im Nebennierenmark bzw. in der Nebennierenrinde. Diese Stresshormone verhalten sich unterschiedlich, „aber beide haben das Zeug dazu, Sie morgens energiegeladen aus dem Bett springen zu lassen oder Ihnen das Gefühl zu geben, die Nacht habe noch gar nicht angefangen“, bringt es Weaver auf den Punkt.

Adrenalin ist ein Hormon für den akuten Stress, etwa wenn wir erschrecken oder in Gefahr sind. Adrenalin signalisiert dem Körper, dass Energie gebraucht wird und der Blutzuckerspiegel schießt in die Höhe. Heute löst meist psychischer Stress die Adrenalin-Produktion aus. Die Crux ist, dass bei den meisten der Stress nicht aufhört: Die Mailbox ist dauernd überfüllt, das Telefon klingelt ununterbrochen, Job und Familie zehren an den Nerven, die To-Do-Listen wachsen stetig, … Und zur Entspannung oder zur Aufmunterung brauchen wir eine Kaffeepause. Doch durch das Coffein werden wiederum mehr Stresshormone ausgeschüttet. Kein Wunder, dass wir unruhig und „hibbelig“ sind.

Stresshormone

Stresshormone im Dauerhoch.

Süßes und Kaffee

Viele von uns sind also in der Regel im Büro und / oder in der Freizeit gestresst. Adrenalin bewirkt die Ausschüttung von Glukose ins Blut. Dadurch fängt die Bauspeicheldrüse an, Insulin zu produzieren um den Blutzuckerspiegel zu senken. Insulin ist eines der wichtigsten Fettspeicherhormone, es wird auch als „Masthormon“ bezeichnet, betont die Ernährungsexpertin. Nun stecken wir auch schon im Teufelskreis: Der der Blutzuckerspiegel rutscht in den Keller, wir werden müde und haben Lust auf mehr Kaffee und Süßes. Dr. Weaver hat festgestellt, dass sich viele Menschen mit Tee besser fühlen, als mit Kaffee. Tee enthält zwar auch Koffein, aber auch ein Antioxidans, das hilft, die Kaffee-Wirkung abzupuffern.

Wenn nun unser Körper den Stress als Dauerzustand wahrnimmt, so kann es zu einer Änderung des dominierenden Stresshormons kommen: von Adrenalin zum Cortisol. Cortisol ist das „Dauerstresshormon“. Eine erhöhte Cortisol-Ausschüttung zieht Veränderungen im Stoffwechsel nach sich. Diese beeinflussen das Energieniveau und wo im Körper Fett gespeichert wird. Nur am Morgen sollte der Cortisolspiegel hoch sein. Das lässt uns mit Energie aufstehen. Bis zum Abend sinkt der Wert idealerweise.

 

Dick durch Stress?

Ist der Cortisolspiegel jedoch insgesamt zu hoch, so wirkt sich das nicht nur auf den Schlaf aus, man vermutet, dass er auch ein Faktor für das Metabolische Syndrom ist (Übergewicht, Bluthochdruck, gestörter Fettstoffwechsel und Insulinresistenz). Cortisol verlangsamt nun den Stoffwechsel und der Körper wird darauf programmiert Fett zu speichern, statt zu verbrennen. „Damit kann auch eine gewisse Trägheit einhergehen, eine Verminderung der Muskelmasse und eine Verschlechterung der Mitochondrien-Funktion“, zählt Weaver auf.

Teufelskreis: Süßes, Coffein und Stress.

Teufelskreis: Süßes, Coffein und Stress.

Ein Cortisol-Überschuss signalisiert Nahrungsmangel und bringt somit auch Diätpläne zu Fall. Der Körper bunkert Fett und eine Diät bestätigt, dass es tatsächlich knapp ist. Dadurch wird der Stoffwechsel noch weiter gedrosselt. Cortisolbedingte Fettdepots finden sich typischerweise am Bauch, aber auch an der Rückseite der Oberarme oder am Po.

Müde durch erschöpfte Nebennieren

„Der menschliche Organismus ist nicht für Dauerstress gebaut, und jeder Körper hat seine eigene Art damit umzugehen“, unterstreicht Weaver. Während bei einigen Adrenalin lebenslang das Hauptstresshormon bleibt, wird es bei anderen das Cortisol. Das brigt die Gefahr, dass die Nebennieren erschöpft werden. Weaver beschreibt das Gefühl in etwa so: „Sie fühlen sich die meiste Zeit, als seien Sie von einem Bus überfahren worden“. Eine tiefe und nahezu unüberwindbare Müdigkeit tritt ein.

 

 

Tipps von Dr. Libby Weaver für mehr Energie:

  • Ruhe: auf Anstrengung muss Erholung folgen!
  • Bauchatmung kann das Nervensystem beeinflussen!
  • Lachen – daran arbeiten das Denken zu verändern, Katastrophen-Denken stresst den Körper!

 

 

Energiesystem verstehen und

Strategien für mehr Vitalität.

zum Weiterlesen:

Dr. Libby Weaver, Energiegeladen statt dauermüde: Energiefresser erkennen – ungeahnte Kraftquellen freisetzen, Stuttgart 2018, ISBN 978-3432104300

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fotos ©: Trias Verlag, pexels.com

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