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Social Freezing: Baby ja, aber nicht jetzt!

Kinderwunsch durch Fortpflanzungsmedizin auf später verschieben.

Für die 25-jährige Leonie rückt ihr heftig gehegter Baby-Wunsch in weite Ferne. Sie hat soeben erfahren, dass sie Krebs hat. Sie muss sich einer Chemotherapie unterziehen. Die Prognosen sind aber sehr gut. Jedoch einen bitteren Beigeschmack gibt es: Es besteht nämlich ein erhöhtes Risiko, dass die junge Frau durch die Behandlung unfruchtbar wird. Hier kommt die Möglichkeit von Social Freezing ins Spiel.

Social Freezing:

Social Freezing macht Baby trotz Chemotherapie möglich.

Social Freezing bei drohender Unfruchtbarkeit

Für Betroffene wie Lea, gibt es seit einiger Zeit die Möglichkeit der „Kryokonservierung“ von Eizellen oder über die Medien auch bekannt als „Social (Egg) Freezing“. Dabei werden Eizellen in flüssigem Stickstoff, bei etwa minus 190 Grad, tiefgefroren. So werden sie für eine spätere Verwendung haltbar gemacht.

Social Freezing ist hierzulande nur in besonderen medizinischen Fällen erlaubt. So wie bei Leonie, wenn durch eine Krankheit bzw. eine Behandlung die Gefahr besteht, dass die Frau dann keine Kinder mehr bekommen kann. In anderen Ländern, etwa in Amerika oder Japan gehört Social Freezing eher schon zum Lifestyle.

Baby

Eizellen werden für eine spätere Schwangerschaft eingefroren.

Einfrieren: Je früher desto besser

Ein fehlender Partner oder Karrierepläne, die vorerst dem Kinderwunsch der jungen Frauen im Wege stehen, werden mittels Kryokonservierung auf später verschoben. US-amerikanische Firmen standen schon im Kreuzfeuer der Kritik, weil sie Mitarbeiterinnen zwecks Karriereplanung Social Freezing angeboten hatten.

„Das Einfrieren von eigenen Eizellen und eine künstliche Befruchtung ermöglichen Frauen spätere Schwangerschaften“, erklärt Professor Dr. med. Katrin van der Ven, am MVZ für Frauenheilkunde und IvF Medizin Bonn GbR. Die Medizinerin betont: „Das Einfrieren der Eizellen sollte aber möglichst in Zeiten hoher Fruchtbarkeit, idealerweise vor dem 35. Lebensjahr erfolgen.“

Risiko

Kein erhöhtes Risiko bei Kryokonservierung.

Kein erhöhtes Risiko

Die Rate der so erreichten Befruchtungen und Schwangerschaften ist genauso hoch wie bei einer künstlichen Befruchtung mit frischen Eizellen. Risiken sind bei Schwangerschaften aus eingefrorenen im Vergleich zu frischen Eizellen nach neuesten Daten nicht erhöht.

Je früher die Eizellen eingefroren werden, desto besser ist deren Qualität. Mit zunehmendem Alter verändert sich zudem die Zahl der Eizellen sehr schnell. Bereits als Teenager sind es von den ursprünglich rund zwei Millionen Eizellen nur mehr 400.000. In weiterer Folge reduziert sich die Zahl um 1000 pro Monat, wobei auch die Möglichkeit von Gendefekten gerade später zunimmt.

 

Interview zum Thema Kinderwunsch und Krebs:

 

Wann gibt es für Kinderwunsch-Paare in Österreich finanzielle Unterstützung durch den IVF (In-vitro-Fertilisation)-Fonds? Für alle Antworten dazu: Hier Klicken!

 

 

Foto©: pixabay.com

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