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Sexualisierte Gewalt: Kinder als Opfer

Hinschauen! Übergriffe erkennen …

 

 

Sexualisierte Gewalt ist insbesondere seit kurzem durch #metoo ein allgegenwärtiges Thema. Bestürzend oft zählen Kinder und Jugendliche zu den Opfern von sexuellen Übergriffen. Daher sind wir Erwachsenen gefordert, genau hinzuschauen und die Augen nicht zu verschließen.

Erwachsene sind gefordert

Die Kleinen schützen: Wir Erwachsenen sind gefordert!

Sexualisierte Gewalt: Täter im Umfeld der Kinder

Viele Frauen berichten in den sozialen Medien von gewalttätigen Erfahrungen, die sie in ihrer Kindheit erleiden mussten. Doch meist sind sie erst viele Jahre später fähig sich mitzuteilen. Mit ein Grund dafür ist: Die Täter bewegen sich überwiegend im engeren Umfeld des Kindes.

Sexualisierte Gewalt wird oft von Vertrauenspersonen und jenen Menschen ausgeübt, von denen das Kind abhängig ist. Kinder haben es deutlich schwerer, sich zu Vorfällen zu äußern, weiß man beim Kinderschutzzentrum „die möve“. Oft können die sie das Geschehen nicht richtig einordnen bzw. sind noch gar nicht in der Lage es in Worte zu fassen. Dazu kommt bei Älteren, dass sie von den Tätern auf unterschiedliche Art und Weise zur Geheimhaltung „verpflichtet“ werden.

Täter stammen oft aus dem Umfeld des Kindes

Täter stammen oft aus dem Umfeld des Kindes.

Mehr Zivilcourage

Mehr Aufmerksamkeit und Zivilcourage – Hinschauen, Wahrnehmen und Helfen – lauten die Forderungen bei der möve: „Wir brauchen Erwachsene, die als Vertrauenspersonen zur Verfügung stehen und das, was ihnen ein Kind erzählt ernst nehmen“, so möve-Geschäftsführerin Hedwig Wölfl.

Genaue Zahlen zu sexualisierter Gewalt an Minderjährigen existieren nicht. Laut WHO-Report von 2013 sind 13,4 Prozent der Mädchen und 5,7 Prozent der Burschen in Europa betroffen. Das bedeutet, dass in jeder Schulklasse in Österreich zumindest ein bis zwei Kinder sitzen, die Opfer von sexuellen Übergriffen oder Missbrauch sind.

Prävention durch Standards

„In Österreich gibt es nach wie vor keine verpflichtenden Standards zur Prävention von sexuellem Missbrauch. Diese zu etablieren sei jedoch unumgänglich, um den Schutz von Kindern und Jugendlichen sicherzustellen“, fordern die Kinder- und JugendanwältInnen Monika Pinterits und Ercan Nik Nafs.

In Vereinen, Schulen etc. kann sexualisierte Gewalt stattfinden.

In Vereinen, Schulen etc. kann sexualisierte Gewalt stattfinden.

Schauplätze für sexualisierte Gewalt können überall sein, in der Familie, in Schulen, in (Sport-)Vereinen. „Gerade im Sport sind Grenzen zwischen angebrachten und notwendigem Körperkontakt oft fließend„, wissen die Jugendanwälte. Sobald z.B. jemand die Intimsphäre der jungen Menschen missachtet, bedeutet das eine Grenzüberschreitung. Das muss nicht zwingend eine Berührung sein, das kann genau so gut durch gewalttätige oder sexualisierte Sprache passieren.

Welche Maßnahmen könnten helfen?

Kinder- und Jugendanwälte verlangen verpflichtende Sensibilisierungs- und Schulungsmaßnahmen zu sexualisierter Gewalt in pädagogischen Aus-, Fort- und Weiterbildungen zu folgenden Themen:

• Täterstrategien

• Welche Umstände begünstigen sexuelle Übergriffe?

• Was tun im Verdachtsfall?

Zudem könnten geschulte Kinderschutzbeauftragte in Vereinen etabliert werden. Auch eine Strafregisterbescheinigung für BewerberInnen, bevor diese mit Kindern arbeiten, wäre eine potentielle Abschreckung für Täter.

 

 

 

Mögliche Symptome im Alltag erkennen:

• starkes Klammern an die Bezugsperson/Mutter.

nicht mehr allein zu Hause bleiben.

• nicht mehr allein schlafen, Schlafstörungen und Albträume.

• plötzliche Verhaltensänderungen.

Konzentrationsstörungen und Schulleistungsabfall.

• Gewichtsab- oder zunahme oder Essstörungen.

• sich waschen wird verweigert.

• wieder einnässen oder einkoten.

Zärtlichkeiten werden abgelehnt.

• von zu Hause weglaufen.

• sexuelle Geschichten werden erzählt oder sexuelle Ausdrücke benutzt, die dem Alter nicht entsprechen.

• Buben haben Angst, homosexuell zu sein.

Quelle: gewaltinfo.com

 

Die Schwierigkeit, sexuellen Missbrauch zu „erkennen“, liegt darin, dass es kein so genanntes „Missbrauchs-Syndrom“ oder eindeutige Auffälligkeiten gibt, die bei allen betroffenen Kindern auftreten, sagen Experten von gewaltinfo, einer Initiative des Bundesministeriums für Familien und Jugend.

Kinder sollen früh lernen „Nein“ zu sagen.

„Grundsätzlich gilt, dass Kinder von sich aus kaum Lügen über sexuellen Missbrauch erfinden“, heißt es weiter. Wenn sich Kinder jemandem anvertrauen, so kann das bruchstückhaft oder in der dritten Person sein.

Sexualisierte Gewalt verhindern

Kinder haben einen besseren Schutz vor sexueller Gewalt, wenn sie früh lernen, ihren Gefühlen zu vertrauen. Sie brauchen deswegen Ermutigung, dass sie „Nein“ sagen, sich gegen Übergriffe wehren und rechtzeitig Hilfe suchen sollen. Wichtig ist darüber hinaus auch, dass Kinder über ihren Körper Bescheid wissen und Worte für Grenzüberschreitungen haben. Sexualerziehung kann demzufolge als Barriere gegen Grenzüberschreitungen dienen.

 

Weiterführende Informationen gibt´s mit einem Klick auf die Familienberatung und das Kinderschutzzentrum

Hinweise und Verdachtsfälle können hier gemeldet werden: KLICKEN 

 

Foto: ©  pixabay.com

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