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Ich. bin. müde.

Kennt Ihr das, wenn sich Termin an Termin reiht, die Kinder krank sind, der Haushalt wartet und Ihr Euch irgendwann fragt: Wann hab ich eigentlich das letzte Mal nichts getan?

Versteht mich nicht falsch, natürlich war und ist mir klar, dass gerade solange die Kinder klein sind, immer irgendwas sein wird. Anfangs sind die Zwutschgerl sowieso auf uns angewiesen und man ist 24 Stunden auf Standby. Je mobiler bzw. älter sie werden, desto mehr können sie selbst machen und vieles wird einfacher, spätestens wenn man bzw. Frau dann aber wieder zu arbeiten beginnt, ist der Stress schon wieder alltäglicher Begleiter. Wenn man familiäre Unterstützung hat, kann man sich im Bestfall einteilen, wer das Kind/die Kinder mal abholt aber seien wir ehrlich: Den Großteil der Familienorganisation, der Fahrdienste und auch der Krankenpflegedienste machen meist die Mamas.

Mich würde das alles auch gar nicht so wirklich „stören“, das Problem ist nur, dass unsere Welt nicht mehr dieselbe ist wie vor 25 Jahren! Als ich klein war, war es normal, dass Mütter eine Zeitlang daheim waren, heute fragt Dich nachdem Du Deine Schwangerschaft verkündet hast gefühlt jeder Zweite, wann Du wieder vorhast zu arbeiten. Ernsthaft?! Kann man nicht einfach mal warten, ob und wie sich alles einspielt oder vielleicht so taktvoll sein und es der werdenden Mama selbst zu überlassen, wann wie und ob sie wieder in ihren Job zurückkehrt? Dieser Druck, dieser allgegenwärtige Druck, alles irgendwie hinzukriegen, er nervt manchmal einfach nur … Ich will nicht sagen, dass früher alles besser war, aber anders auf jeden Fall. Doch klar, jede/r soll sein Leben so führen, wie er/sie möchte. Mich allerdings nervt, dass es in unserer aktuellen Welt praktisch dauernd zu Vergleichen kommt. Sei es in sozialen Netzwerken, die man teilweise nur bedingt meiden kann (ich beispielsweise muss beruflich diverse Profile unterhalten), in Zeitschriften oder, eh klar, im Fernsehen. Auch diese dauernde Verfügbarkeit, die unzähligen Whatsapp Gruppen und dass Kindererziehung mehr und mehr zum Wettkampf verkommt. Ein Kind, das im Vorschulalter noch keine Kurse besucht oder noch kein Instrument lernt, ist heutzutage ein richtiger Ausnahmefall. Dabei liest man immer wieder bzw. öfter, dass viele Kinder schon in der Volksschule (Grundschule 😉 ) gestresst sind …

Natürlich gibt es Ausnahmen, Mütter die das Haus immer blitzsauber haben, gerne backen und basteln, beruflich erfolgreich sind und eine tolle Beziehung leben. Ich bin aber einfach mal frech und behaupte: Der Großteil ist NICHT so. Ich bin NICHT so. Ich liebe es, Mama zu sein, aber ich muss gestehen, dass ich ohne meinen Mann oft aufgeschmissen wäre. Gerade während anstrengender Phasen oder wenn beide Kids krank sind und ich „nebenbei“ noch voll in der Arbeit gefordert bin, bleibt im Haushalt oft etwas liegen und ich bin abends einfach nur müde. So müde …
Dann allerdings gibt es ja auch noch sowas wie ein Leben „neben“ Kids und Arbeit, man will Freundschaften pflegen, sollte sich eventuell auch mal aufraffen, etwas wirklich NUR für sich oder/und seine Gesundheit und Fitness zu tun und selbstverständlich soll auch der Partner bei Laune gehalten werden. Es wird immer suggeriert, man könne Familie und Job so „easy“ vereinbaren, aber ganz ehrlich: Die Wahrheit sieht anders aus. Kürzlich habe ich einen Artikel über Dreifachmama Kathrin gelesen (siehe hier), die irgendwann aufgrund all der Last, den Verpflichtungen und dem „Alltagsstress“ in ein Burn-Out geschlittert ist. Ich befürchte, viele Mamas sind vielleicht schon am besten Weg in eine ähnliche Situation, merken es jedoch gar nicht, weil schlichtweg immer etwas ist, dass wichtiger ist als sie selbst. Das soll jetzt nicht märtyrerhaft klingen, aber ich finde, wir Mamas sollten viel öfter auf uns selber schauen und uns Pausen gönnen. Es gibt nämlich selten jemand, der UNS darauf hinweist, wenn wiedermal alles zuviel wird. Wir sind es schon viel zu sehr gewohnt, zu funktionieren.

Mir ist klar, dass es nicht immer einfach ist, sich abzugrenzen und sich Pausen oder „Ich-Zeiten“ freizuschaufeln. Und fragt mich nicht, wie AlleinerzieherInnen ihren Alltag stemmen – Hut ab, ganz ehrlich. Ich weiß nur, dass ich zumindest schon mal damit anfange. Die letzten Wochen habe ich beispielsweise mein Handy dauerhaft auf STUMM gestellt, hab bei facebook ausgemistet (inspiriert übrigens von Bloggerkollegin Svenja, die gerade heute wieder einen tollen Post zu dem Thema online gestellt hat!) und ja, zum Abgrenzen gehört in meinem Fall auch, mich nicht mehr zu zwingen, nach einem anstrengenden Tag zu bloggen oder etwas im Haushalt zu machen. Lieber verbringe ich Zeit mit meinen Herzensmenschen und genieße diese auch wirklich – davon habe nämlich nicht nur ich, sondern meine ganze Familie etwas. In diesem Sinne, macht Euch einen schönen Abend! 😀

 

 

Foto: Pixabay

2 Antworten
  1. Babsi says:

    Ich kann dir da nur rechtgeben ich bin sicher nicht so, da bin ich zu chaotisch meine Karenz läuft Ende des Monats aus, dann muss ich wieder arbeiten gehen ! Die kleine ist dann 20 Monate ich würde gerne länger bleiben geht aber nicht! Dafür hab ich mich aber entschieden halbtags arbeiten zu gehen sonst schaff ich das alles sicher nicht und es wird auch genug liegen bleiben nehme ich an! Lg babsi

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    • Isabel Müller
      Isabel Müller says:

      … ja, ich hab mich auch so entschieden und ich arbeite auch echt gern – aber manchmal wird´s einfach zuviel und mich stört eben, dass man immer so funktionieren muss und auf allen ebenen „erfolg“ vorweisen muss. das stresst gerade mamas ungemein!
      dir alles gute für deinen start! 🙂

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