Kinder kleben heute regelrecht am Handy.

Gib das Handy weg!!

Das Handy scheint an den Kids von heute „angewachsen“. Ist das denn normal??

Dipl.Päd. Heike Podek, Coach in Erziehungsfragen, gibt Antwort auf die Frage: Ist mein Kind handysüchtig? Und wie gehe ich überhaupt mit der Handy-Fixiertheit meines Kindes um?

Handy immer dabei

Wie weit verbreitet Handy und Internet sind, machen folgende Zahlen klar: 8 von 10 Haushalten in Österreich haben Zugang zum Internet. Damit gehört das Kommunizieren übers Handy zu unserem Leben und auch für viele Kinder und Jugendliche zum Alltag.

Da die Handynutzung durch den Nachwuchs aber noch weiter geht als unser eigener – oder uns zumindest so vorkommen – fragen wir Eltern uns oft: Was tun unsere Kinder eigentlich die ganze Zeit mit ihrem Handy?

Kinder kleben heute regelrecht am Handy - was können Eltern tun?

Kinder kleben heute regelrecht am Handy – was können Eltern tun?

Expertin Podek: „Viele Kids präsentieren sich in sozialen Netzwerken wie Facebook, Pinterest, You Tube u.ä., um sich mit anderen auszutauschen, Fotos und Videos zu teilen, neue Kontakte zu knüpfen und gemeinsam Spiele zu spielen.Darüber hinaus kommunizieren sie per SMS, Chat oder What’s App mit Freunden und Bekannten – zum Teil auch in Gruppen. Auch Musik und Videos werden vielfach übers Netz geladen und gehört bzw. angeschaut.“

Wie gehe ich als Elternteil damit um?

Podek empfiehlt folgende Reaktionen der Eltern auf die Handy-Begeisterung ihrer Kids:

  • Stellt Euch die Frage: Wie geht Ihr selbst mit den sozialen Medien um?  Eure Vorbildwirkung ist wichtig!
  • Redet mit Eurem Kind und versucht zu verstehen, was es am Handy so fasziniert und begeistert. Ermutigt es, Anwendungen und Inhalte kritisch zu hinterfragen, diskutiert auch darüber mit Eurem Kind.
  • Nicht allgemeine Regeln und Grenzen sind wichtig, sondern Eure eigenen. Wenn Euch z. B. nervt, dass das Kind beim Essen am Handy klebt, sagt dem Kind das klar. In der Regel akzeptieren Kinder und Jugendliche klare Bedürfnisse ihrer Eltern. Wenn nicht, redet darüber und findet einen Kompromiss.
  • Die Handybegeisterung der Kids nicht überbewerten: Meist sind es nur Phasen, in denen Kinder ihre gesamte Zeit dem Handy widmen und auf alles andere vergessen. Eltern befürchten oft eine Vorstufe zur Sucht – aber meist lässt diese extreme Begeisterung nach ein paar Wochen oder Monaten wieder von selbst vorüber.

Der Erziehungs-Coach beruhigt: „Die tägliche vielseitige Nutzung des Handys gehört zum Alltag der Kinder und Jugendlichen und es handelt sich dabei in der Regel um eine „normale“ Nutzung – denn nicht die Dauer und Intensität der Handynutzung entscheiden über Sucht oder Nicht-Sucht, sondern eher die Gründe, die jemanden dazu bringen, soviel Zeit am Handy/ im Internet zu verbringen.“

So erkennst Du, ob Dein Kind handysüchtig ist

Bemerkst Du bei Deinem Kind über einen längeren Zeitraum die folgenden Symptome? Dann ist es ratsam, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, so Podek:

  • Die Gedanken Deines Kindes kreisen ständig um Handy und Internet – auch, wenn es anderen Beschäftigungen nachgeht.
  • Das Freizeitverhalten Deines Kindes verändert sich: Anstatt sich mit Freunden zu treffen, Sport zu machen oder seinem bisherigen Hobby nachzugehen, verbringt es nur noch Zeit am Handy und im Internet.
  • Die Leistungen in Schule und Beruf leiden: Es kommt zu Konzentrationsproblemen, Vergesslichkeit, Lern- und Leistungsstörungen sowie Müdigkeit.
  • Die Schlaf- und Ernährungsgewohnheiten des Kindes verändern sich massiv. Anstatt abends ins Bett zu gehen steckt Dein Kind bis tief in die Nacht mit seinem Handy unter der Decke. Mahlzeiten werden vergessen oder ausgelassen, weil das Handy wichtiger ist.
  • Dein Kind kann sich nicht vorstellen, ohne Handy zu leben. Es bekommt sogenannte Entzugssymptome, wie Angst, Panik, Nervosität, Zittern etc., wenn es das Handy abgeben muss oder der Akku leer ist.

 

Familien-Coach

 

Dipl.Päd. (univ.) Heike Podek

Beziehungsorientierter Coach für Eltern und Kinder in schwierigen Phasen

Tel.: 0676/790 58 37

office@beziehungsorientiert.at

www.beziehungsorientiert.at

 

Fotos: Pixabay.com, beigestellt

2 Antworten

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] mit Formen, Sprachförderung oder Rätselbildern – lösen. Tatsache ist: Unsere Kinder wachsen in einer anderen Medienwelt auf als ihre […]

  2. […] alles neu einstellen muss. Anlass dafür, dass ich mich aber doch wieder einmal gefragt habe, wieviel „Handykonsum“ normal ist, war unser Urlaub. Denn obwohl wir in einem Hotel waren, wo wirklich alles für Kinder geboten […]

Einen Kommentar hinterlassen

Willst Du an der Diskussion teilnehmen?
Wir freuen uns über Deinen Beitrag!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *