klS.-10_Ersatzfoto-children-593313_1280_creditfrei

Digitale Kinderwelt

Handy, Internet, Facebook & Co gehören zur Lebenswelt unserer Kinder einfach dazu. Diese Entwicklung zu verteufeln ist sicherlich nicht der richtige Weg, damit umzugehen. Da gibt es wesentlich bessere Strategien.

Manch einer mag den Kopf schütteln, wenn er Zweijährige im Einkaufswagen mit dem Tablet der Eltern beschäftigt sieht. Anderen mag es plausibel vorkommen, dass Kinder schon sehr früh auf diese Art z. B. Lernaufgaben – etwa mit Formen, Sprachförderung oder Rätselbildern – lösen. Tatsache ist: Unsere Kinder wachsen in einer anderen Medienwelt auf als ihre Eltern.

Zunächst die gute Nachricht: Eltern von Kindern jeden Alters können bei der Gratwanderung eines vernünftigen Umgangs ihrer Kinder mit der digitalen Welt auf kompetente Unterstützung zählen, etwa bei www.saferinternet.at. Was Ihr selbst mitbringen solltet, sind Neugierde und Interesse daran, was Euer Kind beschäftigt und womit es sich beschäftigt. Daher solltet Ihr alle Spiele ausprobieren und spielen, bevor Ihr sie für Ihr Kind freigebt – von Anfang an.

S.10_Fabs-mit-Handy

Spielen als Ausnahme

Es gibt gute Lernspiele oder Spiele-Apps für jedes Alter, und es ist auch okay, wenn ein Kindergartenkind z. B. LÜK oder Memory am Tablet oder Handy der Eltern oder am PC daheim spielt. Oder wenn es mit der Sprachlernsoftware Schlaumäuse seine Sprachkenntnisse verbessert. Immer vorausgesetzt, dass das in sehr engem Zeitrahmen oder in Ausnahmesituation (Wartezeiten beim Arzt, lange Auto- oder Zugfahrten etc.) der Fall ist. Wenn Ihr Zeitrahmen und Konsequenzen bei dessen Übertretung gemeinsam mit Eurem Kind vereinbart, wird es sich eher daran halten, als wenn Sie es alleine festlegen. Schriftlich festgehalten und bunt verziert, wird ein feierlicher Vertrag daraus.

Geeignete Spiele oder Apps findet Ihr etwa mittels spezieller Kindersuchmaschinen wie www.fragfinn.de oder www.blinde-kuh.de. Auch unter www.spielebox.at/infosdownloads gibt es interessante Tipps. Es empfiehlt sich, daheim am PC diese als Standard- Suchmaschinen einzustellen. Woran man ein gutes Spiel erkennt? Wenn eine gute Geschichte dahinter steckt, es interessant und spannend zu spielen ist. Auch Bewertungen anderer User können helfen. Kinder lehnen Spiele, die betulich pädagogisch und fad sind, ab – normal!

Darüber reden

Denn das Wichtigste ist, dass Ihr mit Eurem Kind über seine Erlebnisse beim Spielen sprecht. Ebenso wie wenn Ihr mit ihm ein Bilderbuch anschaut. Beobachtet es, wie es ihm beim Spiel geht, fragt es, wie ihm die Figur gefällt, was es fühlt, wenn es ein Level schafft. Je früher Ihr mit Eurem Kind diese Art der Kommunikation etabliert, umso selbstverständlicher wird es auch später sein, dass Ihr darüber redet. Dazu empfiehlt es sich auch, dass der für das Kind verfügbare PC zentral zu Hause aufgestellt ist, Tablets nur in Gegenwart der Eltern benützt werden, bzw. diese immer wieder vorbeischauen, was ihr Kind gerade damit macht, und das Handy der Eltern nur in Ausnahmefällen und im Beisein der Eltern verwendet wird – und zwar offline.

Erst wenn ein Kind versteht, worauf es in der digitalen Welt achtgeben soll, sollte es ein eigenes Smartphone bzw. einen onlinefähigen PC bekommen. Frühestens gegen Ende der Volksschule (je nach der Reife des Kindes) beginnt ein Kind langsam zu verstehen, warum es so wichtig ist, dass sein Handy niemand anderer nutzen soll, dass es Warnungen ernst nimmt, wenn es sein Datenvolumen ausgeschöpft hat, dass es sein Downloadvolumen kontrollieren muss etc. Erst dann ist es reif für ein eigenes internetfähiges Handy, Tablet etc.

 

 


Willkommen im Computer Clubhouse Vienna

Erste Schritte mit PC, Internet und Co., und zwar sinnvoll: Dafür gibt es für Kinder ab 6 Jahren das Computer Clubhouse Vienna der Wiener Kinderfreunde im 3. und 16. Bezirk. Bei Gratiseintritt können Kinder und Jugendliche begleitet von Fachleuten Internet, PC, Digital- und Videokameras nutzen und in Workshops entsprechende Fertigkeiten erwerben.

Weitere Infos: www.computerclubhouse.at

 

 

Fotos: © pixabay.com

1 Antwort

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] sich mit anderen auszutauschen, Fotos und Videos zu teilen, neue Kontakte zu knüpfen und gemeinsam Spiele zu spielen.Darüber hinaus kommunizieren sie per SMS, Chat oder What’s App mit Freunden und Bekannten – […]

Einen Kommentar hinterlassen

Willst Du an der Diskussion teilnehmen?
Wir freuen uns über Deinen Beitrag!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *